Rechtsextremismus

Hakenkreuze auf Sowjet-Ehrenmal in Pankow-Buch geschmiert

Mit Hakenkreuzen und Schriftzug geschändet: Das Sowjetische Ehrenmal in Pankow-Buch erinnert an die Soldaten der Roten Armee, die bei der Befreiung Berlins gefallen sind.

Mit Hakenkreuzen und Schriftzug geschändet: Das Sowjetische Ehrenmal in Pankow-Buch erinnert an die Soldaten der Roten Armee, die bei der Befreiung Berlins gefallen sind.

Foto: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / BM

Erneut wurde das Ehrenmal in Pankow von Unbekannten geschändet. Neben Nazi-Symbolen stand diesmal der Schriftzug „Mörderschweine“.

Berlin. In der Nacht zum 23. Mai haben Unbekannte das Sowjetische Ehrenmal in Buch mit mehreren roten Hakenkreuzen und dem Schriftzug „Mörderschweine“ beschmiert. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) machten den Vorfall am Montag öffentlich – und sieht den Anlass der Schändung in einer Veranstaltung, die am 23. Mai stattfinden sollte. „Für diesen Tag war eine antifaschistische Demonstration in Buch für den von Neonazis ermordeten Sozialhilfeempfänger Dieter Eich angekündigt, an der sich über hundert Menschen beteiligten“, erklärt eine Sprecherin in einem Rundschreiben. Eich war in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 2000 in Buch getötet worden. Auch einen Zusammenhang mit dem 75. Tag der Befreiung am 8. Mai sieht der VVN als gegeben an.

Entfernung der Hakenkreuze vom Sowjetischen Ehrenmal veranlasst

Das Denkmal an der Wiltbergstraße am Rande des Schlossparks Buch wurde in den vergangen Jahren immer wieder zum Ziel von Angriffen, insbesondere im Zeitraum des Gedenktags zur Befreiung Deutschlands vom Naziregime. Zuletzt wurde der Obelisk zum 8. Mai 2019 mit schwarzer Farbe begossen. Als mögliche Anstifter zu den Taten sieht die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Rechtsextreme aus Pankow, die der NPD nahe stehen könnten, wie der Vereinsvorstand in seiner Mitteilung schreibt. Die Entfernung der Hakenkreuze und des Schriftzugs wurde nach der Entdeckung sofort veranlasst. Dabei will es die VVN aber nicht belassen – „wir fordern eine Aufklärung dieser seit Jahren andauernden Kampagne gegen das Gedenken an die Befreiung vom deutschen Faschismus“, heißt es dem Schreiben.

( tsc )