Aufguss für Aufguss rückte das Ende näher. Und je mehr der Frühling nahte, desto mehr wuchs bei Mitarbeitern und Besuchern des „Saunariums“ am Rathaus Pankow die Frustration. Ende April sollte für die Wellness-Tempel im römischen Stil nach fast 20 Jahren Betrieb Schluss sein – so hatte es die Vermieterin der Räume, die Cajewitz-Seniorenstiftung verfügt.

Eine endgültige Entscheidung, wie es schien. Jetzt die Kehrtwende. In Aussicht steht ein neuer Vertrag, der über fünf Jahre laufen soll, bestätigt Betreiberin Franziska Witt auf Nachfrage. Mit einem Facebook-Eintrag auf seiner Seite hatte das „Saunarium“ zuvor überraschend seine Rettung verkündet. „Die Freude unserer Gäste und Mitarbeiter ist riesengroß und wir danken allen Unterstützern für ihr Engagement, insbesondere gilt unser Dank der Cajewitz-Stiftung für Ihr Entgegenkommen“, heißt es im Eintrag.

„Wir bekommen eine Win-Win-Situation“, freut sich Witt über die neue Chance. 1000 Unterschriften von unglücklichen Besuchern hätten dazu beigetragen, dass man eine bessere Lösung für alle Beteiligten findet. Auch eine Nacktdemonstration, wie sie manche Besucher in Erwägung gezogen hatten, ist nun überflüssig. Schon stoßen Mitarbeiter und Stammgäste nach dem Aufguss mit Sekt an. Aber die unverhoffte Botschaft sorgt auch für Probleme. Denn einige Kollegen hätten sich zwischenzeitlich schon nach anderen Posten umgesehen. Nun droht der Sauna statt einer Schließung ein personeller Engpass – sowohl im Bereich der Reinigung als auch beim Aufguss. „Ich suche jetzt neues Personal“, sagt Witt. Wer Interesse habe, könne sich bewerben.

Planänderung der Seniorenstiftung bleibt rätselhaft

„Die ganze Situation war für uns emotional höchst belastend. Aber jetzt können wir feiern. Gäste und Mitarbeiter freuen sich wie verrückt“, beschreibt die Betreiberin erste Reaktionen. „Jetzt können wir wieder durchstarten.“ Wo der Sinneswandel bei der Cajewitz-Stiftung herrührt, ist noch unklar. Denn eigentlich stand fest, dass in den Räumen des „Saunariums“ Büroräume und ein Concierge-Service für die umliegenden Cajewitz-Seniorenhäuser unterkommen sollten. Als klar war, dass die Stiftung die 1999 eröffneten Saunaräume selbst nutzen will, hatte sie dem „Saunarium“ angeboten, beim Umzug behilflich zu sein. Allerdings war die wochenlange Suche nach einem Ersatzstandort mit Freifläche war erfolglos geblieben.

Laut Franziska Witt wollen sich die Stiftung und die Sauna bald in einer gemeinsamen Erklärung offiziell zur Rettung des „Saunariums“ äußern. Seit 1999 betreibt Cajewitz in Pankow sechs Seniorenzentren mit 160 Wohnungen und versorgt die Bewohner mit Hausdamen, Mitarbeitern für kulturelle und soziale Betreuung und mit einer geriatrischen Beratung. Stiftungssprecherin Alexa Albrecht sagte der Berliner Morgenpost lediglich, dass noch kein neuer Vertrag unterschrieben sei. „Der alte Vertrag läuft regulär zum Ende des Monats April aus“, nennt Albrecht den aktuellen Stand. Im „Saunarium“ gibt man sich optimistisch, dass es im Mai unter neuen Konditionen weitergeht.

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