Drei Tage nach dem schweren Unfall im Chemieunterricht am Heinrich-Schliemann-Gymnasium an der Dunckerstraße in Prenzlauer Berg wird ein 17-jähriger Schüler noch auf der Intensivstation des Berliner Unfallkrankenhauses (UKB) in Marzahn behandelt. Der Jugendliche wird künstlich beatmet, Lebensgefahr bestehe weiterhin nicht, hieß es nach Angaben eines UKB-Sprechers auf Anfrage. Die Polizei bestätigte, dass der Jugendliche schwere Gesichtsverletzungen erlitten hat und die Ursache des Unglücks noch untersucht werde.

Der 17-Jährige hatte bei einem missglückten Experiment durch eine Stichflamme Verbrennungen im Gesicht, am Oberkörper und an den Armen davongetragen. Eine 19 Jahre alte Mitschülerin und ein gleichaltriger Schüler hatten sich bei dem Vorfall am Montagnachmittag leichte Verletzungen zugezogen. Den beiden geht es inzwischen wieder besser, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag.

Nach vorläufigen Erkenntnissen war am Montag an der Schule im Chemiekurs der 13. Jahrgangsstufe ein Experiment durchgeführt worden, bei dem Emser Pastillen mit Brennspiritus erhitzt werden sollten. Dabei war es kurz vor 14 Uhr aus noch ungeklärter Ursache zu einer Verpuffung gekommen. Eine Stichflamme hatte den 17-Jährigen am stärksten getroffen und schwer verletzt.

Experiment hieß „Pharaonenschlange“

Das durchgeführte Experiment namens „Pharaonenschlange“ – beim Verbrennen der Pastillen entstehen schlangenförmige Wülste aus Kohlenstoff – ist ein im Chemieunterricht häufig durchgeführter Versuch. Möglicherweise war eine zu große Menge Spiritus benutzt worden. Lebensgefahr hatte entgegen ersten Angaben der Feuerwehr während des Rettungseinsatzes für den Jugendlichen nicht bestanden.

Warum genau es zu dem Unfall an der Heinrich-Schliemann-Schule gekommen sei, ist jetzt Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen durch die Direktion 1. Spezialisten der Kriminaltechnik wurden nach Angaben einer Polizeisprecherin beauftragt, den Aufbau und die Durchführung des Experiments zu begutachten. Zudem würde wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gegen die Aufsichtsperson, den Chemielehrer, ermittelt und Zeugen befragt.

pol