Der Hirschhof in Prenzlauer Berg ist legendär. Die Fläche zwischen Kastanienallee und Oderberger Straße wird in Reiseführern erwähnt. Sie entstand in den 80er-Jahren, war in der DDR Treffpunkt von Bürgerrechtlern, Erholungsort für Anwohner, ein Ort mit Skulpturen und geschichtsbehafteten Sandsteinblöcken.
Nun ist das Gelände nicht mehr öffentlich zugänglich. Das Bezirksamt Pankow hat vor Gericht den Kampf um die Freifläche verloren. Die Behörde will auf weitere Auseinandersetzungen verzichten. Künftig ist der Hof den Bewohnern der drei anliegenden Häuser an der Kastanienallee vorbehalten.
Für die Öffentlichkeit soll der alte Hirschhof an anderer Stelle wieder erschaffen werden – mit der legendären Hirschskulptur. „Wir sind vor Gericht gescheitert“, sagte Pankows Bürgermeister Matthias Köhne (SPD). „Wir können dieses Areal nicht mehr als öffentliche Grünfläche betreiben.“ Die Fläche müsse geräumt werden. Das Bezirksamt sei dazu in Verhandlung mit den Eigentümern. Drei verschiedene Grundstücke seien betroffen.
„Jetzt geht es darum, wie das Areal zurückgebaut wird, was weggenommen wird. In welchem Zustand es übergeben wird.“ Diese Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. „Mit einem Eigentümer sind wir uns bereits einig.“ Deshalb seien im August fünf große Steinblöcke, die vom Berliner Dom stammen, aus dem Teil des Hirschhofs abtransportiert worden, der diesem Eigentümer gehört.
Künstler befragen
Zu den übrigen Beständen im Hof, darunter die Hirschskulptur, sei man noch im Gespräch mit den anderen Eigentümern. Die drei Meter hohe Figur, nach der der Hof benannt ist, ist aus Schrott geschmiedet und verschweißt. Eine Gemeinschaftsarbeit der Künstler Anatol Erdmann, Hans Scheib und Stefan Reichmann. „Wir haben ein Interesse, den Hirsch zu sichern“, so der Pankower Rathauschef. Dazu sei bereits Einverständnis signalisiert worden. „Aber wir wollen zur Sicherheit noch die Künstler befragen.“ Dies werde jetzt organisiert.
Das Kunstwerk solle in den neuen Hirschhof, Oderberger Straße 19, integriert werden. Diese Erweiterungsfläche zum alten Areal ist erst vor wenigen Jahren neu angelegt worden. Es gebe eine weitere Überlegung, so Köhne, eine Idee von Pankows Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne). Bildhauer Anatol Erdmann hat nichts gegen eine Umsiedlung der Hirschskulptur. Sie auf einer anderen, öffentlich zugänglichen Fläche wieder aufzustellen, halte er „für eine gute Idee“, sagte er der Berliner Morgenpost. „Wenn es technisch möglich ist.“

