CDU- und SPD-Fraktion im Berliner Bezirk Pankow müssen sich an diesem Donnerstag zu einem Änderungsantrag verständigen, den die CDU am Sonntag vorgelegt hat. Es geht um die Rettung des Europa-Zweiges der Homer-Grundschule in Prenzlauer Berg, den der Bezirk schließen will. Das Angebot soll auslaufen, dafür sollen die Schüler an der deutsch-griechischen Schule in Steglitz aufgenommen werden.
Die Athene-Grundschule in Lichterfelde-West ist allerdings 16 Kilometer von dem jetzigen Standort entfernt. Für Kinder, deren Familien sich im Umkreis des Bezirks Pankow angesiedelt haben, wäre ein solcher Schulweg kaum zu bewältigen, klagen die betroffenen Eltern. Sie fordern den Erhalt des Europa-Zweiges in Pankow.
Die CDU schlägt nun vor, die Vorgabe der Zweizügigkeit für den deutsch-griechischen Zweig der Staatlichen Europa-Schule Berlin aufzuheben und damit die Einrichtung von auch nur einer Klasse sowohl am Standort Homer-Grundschule als auch an der Athene-Grundschule zu ermöglichen. Außerdem müsse dem Bezirksamt Pankow die Bedeutung des Erhalts der deutsch-griechischen Europa-Schule für die weitere Existenz der Sprachkombination Deutsch-Griechisch in Berlin verdeutlicht werden, heißt es weiter.
Die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Hildegard Bentele, dazu: „Wir sehen die Gefahr, dass die deutsch-griechische Sprachkombination mit der Verlagerung auf den zukünftig einzigen Grundschulstandort im Südwesten abstirbt.“ Die BVV Pankow sowie deren Bildungsausschuss seien ebenfalls gegen die Schließung des Standortes.
Dramatischer Schulplatzmangel in Pankow
Grund für die geplante Verlagerung des Europa-Zweiges der Homer-Schule ist der dramatische Schulplatzmangel in Pankow. Außerdem haben sich in den vergangenen Jahren immer weniger Eltern für dieses Angebot interessiert. Für das kommende Schuljahr gibt es nur 17 Anmeldungen.
Gegenwärtig lernen etwa 100 Kinder an der bilingualen Homer-Grundschule in griechischer und deutscher Sprache. Sie kommen nicht nur aus dem unmittelbaren Umkreis im Bötzowviertel, sondern aus verschiedenen Stadtteilen. Der Bezirk muss jedoch zuerst die bezirkseigenen Kinder versorgen, deshalb geraten immer häufiger die Europa-Schulen ins Visier der Planer. Im Märkischen Viertel in Reinickendorf ist es der deutsch-französischen Europa-Schule nur durch massive Proteste gelungen, den Standort zu retten.
Die Eltern fordern, die Entscheidung rückgängig zu machen. Viele griechische Familien würden in die östlichen Bezirke ziehen. Die Nachfrage nach den Plätzen an der Homer-Schule werde steigen. Deshalb sei hier ein zweiter Standort neben Steglitz wichtig. Zudem würde das Schulplatzproblem durch die Verlagerung nicht gelöst. Die Räume, in denen derzeit die Europaschulklassen unterrichtet werden, seien viel zu klein für Regelklassen.
Ob die SPD-Fraktion das Anliegen der CDU mittragen wird, entscheidet sich an diesem Donnerstag. Bildungsexperte Lars Oberg dazu: „Der deutsch-griechische Zweig der Schule ist nicht besonders nachgefragt.“ Es gebe aber in der Fraktion viel Sympathie für dieses Angebot.


