Nach den tödlichen Schüssen auf einen Türsteher vor dem „Soda Club“ in Prenzlauer Berg kommen die Ermittlungen voran. Den Ermittlern der 7. Mordkommission liegt inzwischen eine Täterbeschreibung vor. Mehreren Zeugen zufolge hatte der unbekannte Schütze sein Gesicht während der Tat mit einem bunt gemusterten Tuch verdeckt. Der Mann soll 1,70 bis 1,80 Meter groß sein, hat eine sportliche Figur und war mit einer dunklen Kapuzenjacke bekleidet, auf deren Rückenteil ein weißes Symbol, vermutlich ein Kreuz mit Buchstaben, zu sehen war. Außerdem trug der Unbekannte zur Tatzeit eine dunkle Hose und dunkle Schuhe.

Wer eine Person gesehen hat, auf die die Beschreibung zutrifft oder ungewöhnliche Wahrnehmungen gemacht hat, sollte sich unter der Berliner Rufnummer 4664 911 777 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden.

Täter flüchtete zu Fuß

Der Mann war nach Angaben der Polizei zu Fuß aus der Richtung Sredzkistraße kommend am Tatort erschienen und nach den Schüssen auf demselben Weg wieder geflüchtet. Bis zum Montag waren bei den Ermittlern fünf Hinweise eingegangen. Eine heiße Spur sei daraus jedoch nicht entstanden, so ein Polizeisprecher. Am Nachmittag setzte die Polizei auf dem weitläufigen Gelände der Kulturbrauerei einen speziellen Spürhund ein. Die Suche musste aber nach 20 Minuten abgebrochen werden, weil der Rüde keine verwertbaren Spuren aufnehmen konnte.

Am Sonntagmorgen gegen 5.30 Uhr war der 39-jährige Sebastian K. vor dem Eingang der Diskothek aus etwa fünf Metern Entfernung niedergeschossen worden. Der Türsteher wurde von zwei Kugeln getroffen, er brach vor dem Klub schwer verletzt zusammen. Vor dem Abtransport in die Bundeswehr-Klinik in Mitte wurde er noch von einem Rettungssanitäter reanimiert. Kurze Zeit später starb der gelernte Buchbinder, der in Prenzlauer Berg wohnte, in dem Krankenhaus an den Folgen der erlittenen Verletzungen.

Das Opfer ist verblutet

Die Hintergründe der Tat sind weiterhin ungeklärt. Eine Obduktion habe inzwischen ergeben, dass das 39 Jahre alte Opfer verblutet sei, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Die Schüsse trafen Hüfte und Bein. Wenige Stunden nach den tödlichen Schüssen gab es zahlreiche Trauerbekundungen in sozialen Netzwerken. Am Abend hatten sich etwa 100 Bekannte und Weggefährten von Sebastian K. vor dem „Soda Club“ versammelt, sie legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Der 39-Jährige, der in Anspielung auf seine Glatze „Locke“ genannt wurde, arbeitete seit Jahren für eine Sicherheitsfirma.

Seine Zukunft hatte er in dieser Funktion nach einer erfolgreichen Bewerbung am neuen Hauptstadtflughafen gesehen. Mit seiner Größe von rund 1,90 Meter und einer kräftigen Figur entsprach Sebastian K. dem Klischee eines Türstehers. Tatsächlich seien Türsteher häufig gut ausgebildete Wachleute mit Zertifikat, sagte Peter Tornow, Geschäftsführer des Unternehmens K.I.S.S. Security.