Ausstellung

Traum vom Udo-Lindenberg-Museum in Berlin geplatzt

Die Pläne für ein Udo-Lindenberg-Museum in Pankow waren sehr konkret. Weil sich aber kein Käufer für das Grundstück fand, wird nun nichts daraus. Stattdessen könnte etwas völlig anderes hier entstehen.

Foto: Ballhaus Pankow

Der Sonderzug nach Pankow ist abgefahren, jedenfalls für den Berliner Architekten Michael E. Peter. Der Eigentümer des Ballhauses Pankow musste seinen Traum von einem Udo-Lindenberg-Museum in dem historischen Ausflugslokal an der Grabbeallee/Ecke Tschaikowskistraße aufgeben.

Bei den Frühjahrsauktionen der Deutsche Grundstückauktionen AG im Abba Berlin Hotel an der Lietzenburger Straße sollte der aufwendig sanierte Bau aus dem Jahre 1880 deshalb am Freitag versteigert werden. Doch ein Käufer fand sich nicht.

Vor zwei Jahren hatte Michael E. Peter das einstige „Restaurant Schloss Schönhausen“ in der Nähe der gleichnamigen Preußenresidenz gekauft, um dort ein Panikmuseum mit Exponaten aus dem Leben des Alt-Rockers Udo Lindenberg einzurichten. „Udo suchte damals eine Location für die Ausstellung über sein Leben“, erinnert sich der Ballhaus-Inhaber.

Alles sei schon mit Lindenberg vereinbart gewesen. „Es gab ganz konkrete Pläne“, versicherte Michel E. Peter. Sogar mit den Berliner Verkehrsbetrieben sei darüber gesprochen worden, dass Züge die Straßenbahnlinie M1 als „Sonderzug nach Pankow“ Museumsgäste vom Hackeschen Markt zum Schloss Schönhausen bringen sollten. Doch daraus wurde nichts.

Die Ausstellung „Udo“ der Stiftung Schloss Neuhardenberg sei im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe im vergangenen Jahr so gut angekommen, dass sie verlängert wurde. „Eigentlich sollte sie nach einem Vierteljahr nach Berlin umziehen“, betonte Peter. Nun aber wolle der Wahlhamburger Udo Lindenberg die 400 Schaustücke aus seinem Leben ganz in der Hansestadt belassen. Ballhaus-Inhaber Peter konnte das nach der Wende für fünf Millionen Euro sanierte Ballhaus Pankow nur gelegentlich für Hochzeiten und kurze Ausstellungen vermieten und will es nun verkaufen.

Die Hoffnung vieler Pankower, in dem auffälligen Fachwerkbau mit dem prunkvollen Festsaal wieder regelmäßig feiern zu können, hat sich damit erneut zerschlagen. Eine Bürgerinitiative hatte sich nach dem Fall der Berliner Mauer dafür eingesetzt, dass der als Fabrik- und Lagerhalle zweckentfremdete und verfallene Bau instand gesetzt werden sollte.

Auktion erfolglos

Auch das Bezirksamt hatte sich bei der Treuhand-Anstalt um das Gelände beworben. Doch die Treuhand vergab das traditionsreiche Haus an das Berliner Immobilienunternehmen „Dr. Heilmann & Kreuels“. Die Firma ließ das Gebäude rekonstruieren und um vier kleine Wohnhäuser ergänzen. Doch wegen hoher Mietforderungen der Eigner stand die prunkvolle Gaststätte meist leer, bis Michael Peter sie schließlich vom Insolvenzverwalter 2011 erwarb. Was er damals für das Ballhaus bezahlt hat, will Peter nicht sagen.

Als Position 38 des Katalogs mit mehr als 100 Immobilien aus dem ganzen Bundesgebiet kam das denkmalgeschützte Ballhaus Pankow im Charlottenburger Hotel Abba am Freitag unter den Hammer. Doch Auktionator Michael Plettner fand keine Resonanz, als er das Mindestgebot von 950.000 Euro für das Ballhaus Pankow bekannt gab. Kein Bieter meldete sich nicht.

Eigentümer Michael Peter ist darüber nicht enttäuscht. „Ein so großes und kostspieliges Objekt verkauft man nicht mit einem Hammerschlag“, sagte er dieser Zeitung. Peter rechnet aber damit, dass die Auktion potenzielle Käufer anlockt. „Durch den Auktionskatalog sind sicherlich Investoren aufmerksam geworden“, sagte Michael Peter.

Vermutlich schon in der kommenden Woche werde er Gespräche mit möglichen Käufern führen. Einen konkreten Interessenten für das Ballhaus Pankow, der dort eine Kinder-Einrichtung plant, soll es bereits geben. „Er müsste natürlich erst einmal Gespräche mit den Behörden führen, bevor er sich zum Kauf entschließt“, sagte Architekt Peter nach der Auktion. Der Katalog zur Frühlingsauktion sei ja gerade mal fünf Wochen auf dem Markt gewesen.