Das BMW Guggenheim Lab soll ab 4. Juni 2012 in Prenzlauer Berg (Bezirk Pankow) aufgebaut werden. Alle erforderlichen Unterlagen seien beim Bezirksamt eingereicht worden und würden derzeit geprüft, sagte Pankows Stadtwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) am Mittwoch Morgenpost Online. Bereits in der vergangenen Woche habe es ein Treffen mit den Architekten auf dem Pfefferberg-Gelände gegeben. Da es sich beim Lab um ein mobiles Gebäude handele, so Kirchner, „war eine Genehmigung vom TÜV Rheinland erforderlich“. Diese sei inzwischen erteilt worden. Die Erlaubnis zum Aufstellen des Labs wird das Bezirksamt erteilen. Außerdem seien Fragen des Brandschutzes geklärt worden. „Zur Eröffnungsfeier kommen rund 850 Personen“, so der Stadtrat. Der Hof, auf dem das Lab errichtet werde, habe nur zwei Ausgänge – für den Notfall müsse es Fluchtwege geben.
Kein Hochsicherheitstrakt
Die mobile Denkfabrik wird in einem unbebauten Teil des Pfefferberg-Areals stehen. Die Bestandteile des Labs sind schon vor Wochen per Containerschiff von New York nach Deutschland transportiert worden. Derzeit hält sich die Guggenheim-Kuratorin Maria Nicanor in Berlin auf, um die Vorbereitungen zu koordinieren. Die Leichtbauhalle soll vom 15. Juni bis zum 29. Juli in Prenzlauer Berg stehen und ein Ort für Diskussionen und Workshops über die Zukunft von Großstädten sein. Das Thema des Labs, das vorher schon in New York stand und Ende 2012 im indischen Mumbai aufgebaut wird, heißt „Confronting Comfort“.
Ursprünglich war vorgesehen, dass das BMW Guggenheim Lab auf einer Brache in Kreuzberg errichtet wird. Aber nach Protesten aus dem Kiez entschieden sich die Veranstalter für einen Alternativstandort in Prenzlauer Berg. „Was Guggenheim wollte – die Diskussion in der Stadt – haben sie erreicht, lange bevor das Lab gebaut wird“, sagt Tom Schreiber, Verfassungsschutzexperte der SPD im Abgeordnetenhaus. Polizeischutz für das Lab halte er nicht erforderlich, häufigere Streifen seien ausreichend. „Das Gelände sollte kein Hochsicherheitstrakt werden.“ Er sehe nicht, sagte Schreiber, dass das Lab im besonderen Fokus von Links- oder Rechtsextremen sei. „Ich würde mir wünschen, dass die Box auch abends oder nachts öffnet, damit man zu ungewöhnlicher Zeit diskutieren kann.“



