Die Zigaretten oder der Energydrink frühmorgens vor der Arbeit. Mal eben noch eine Packung Chips oder eine Flasche Wein für den Filmabend holen, lange nach Ladenschluss der Supermärkte. Oder eben ganz klassisch: das Wegbier für laue Sommerabende in der Stadt. All das machen die Spätis in Berlin möglich. Nach ihrer Erfindung in den 1950er-Jahren mausern sie sich schnell zum Berliner Kulturgut – und sind seither nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken.
Das sind die lustigsten Späti-Namen in Berlin
Und trotzdem macht es die Stadt den Spätis nicht gerade leicht: So ist es den Shops seit 2016 gerichtlich untersagt, sonntags zu öffnen. Zudem macht auch die Gentrifizierung vor den mittlerweile nur noch rund 1000 Berliner Spätis nicht Halt: Das zeigt nun auch der Fall eines Getränkeshops auf der Hermannstraße in Neukölln. 20 Jahre lang gingen dort Drinks und Snacks über die Ladentheke, jetzt droht dem Geschäft das Aus: Der Eigentümer möchte keinen Späti mehr in seinem Gebäude haben.
Den Berlinern ist ihr Späti des Vertrauens heilig
Schon Ende des Monats soll Schluss sein, dann läuft der aktuelle Mietvertrag aus. Dagegen protestierten Betreiber und Stammkunden nun. Die Demo sagt zweierlei über Berlin aus: Zum einen natürlich, dass den Menschen in der Hauptstadt ihr Späti des Vertrauens heilig ist. Zum anderen, dass auch in einer chaotischen Stadt wie Berlin, in der häufig genug Dinge nicht funktionieren, Menschen zusammenkommen, um gemeinsam etwas zu bewirken. Zu der kurzfristig angemeldeten Demonstration waren rund 100 Menschen gekommen.
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Für die Verwaltung des Ladenlokals ist die Sachlage ganz klar: Die Späti-Dichte im Kiez ist hoch. Wenn da einer wegfällt, müssen die Kunden bis zum nächsten Shop nicht weit laufen. Aber bei den Spätis geht es eben nicht nur ums Einkaufen. Es geht um Gespräche, Vertrauen, Verbundenheit. Dinge, die in der Anonymität einer Großstadt wie Berlin schnell mal untergehen. Und gerade deshalb so dringend erhalten werden müssen.
Nachdem sich beim Kündigungsschutz und Mietendeckel für Privatpersonen in den vergangenen Jahren einiges getan hat, gilt es nun, auf Landes- oder Bundesebene auch für das Gewerbe einen solchen Regulierungsrahmen zu schaffen. So würde die Politik die Unternehmen aktiv mitschützen. Ein wichtiges Signal in Zeiten eines schwächelnden Einzelhandels. Profitieren würden von dem Mehr an Schutz nicht nur die für die Kieze so wichtigen Spätis.













