Lange Zeit sah es so aus, als müsste die Neuköllner Notunterkunft für wohnungslose Frauen, Evas Obdach, für immer schließen. Bereits vor zwei Jahren erreichte den Betreiber, den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), die Mitteilung, dass der Gewerbemietvertrag von Evas Obdach aufgrund eines Wechsels des Hauseigentümers nicht verlängert werden sollte. Ende Juni dieses Jahres hätte der SkF die Räumlichkeiten in der Fuldastraße dann verlassen müssen.

Doch nun ist klar: Evas Obdach kann bleiben! Der Berliner Senat sichert das Angebot langfristig, indem er vier Wohn- und Gewerbeeinheiten in dem Haus gekauft hat. Möglich machten das Mittel aus dem „Lenkungsgremium für Sicherheit, Sauberkeit, Sucht und Unterbringung“ sowie vorhandene Restmittel im Haushaltsjahr 2024. Der Kaufpreis für die rund 400 Quadratmeter große Fläche beträgt 1,9 Millionen Euro.
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„Nach zwei Jahren voller Hoffen und Bangen sind wir glücklich, dass es geklappt hat, diese für die betroffenen Frauen so wichtige Unterkunft zu sichern“, sagte Gabriele Kuhn-Zuber vom SkF. Eine Schließung hätte die Obdachlosenhilfe vor „große Herausforderungen“ gestellt. Die im Jahr 2019 eröffnete Einrichtung, in der schon Frauen im Alter zwischen 18 und 84 Jahren untergekommen sind, werde von der Mietergemeinschaft akzeptiert, außerdem bestehe vor Ort ein gutes Netzwerk an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Ein 21-köpfiges Team kümmert sich um die Betroffenen vor Ort, berät, betreut und kocht für die wohnungslosen Frauen, die bis zu vier Wochen bleiben dürfen, wie Teamleiterin Natalie Kulik auf Morgenpost-Anfrage berichtet. In der Unterkunft stehen Mehrbettzimmer zur Verfügung, alle Frauen erhalten ihr eigenes Schließfach. Nachdem den Frauen morgens noch ein Frühstück angeboten wird und sie sich einen Proviant für den Tag vorbereiten dürfen, müssen sie die Unterkunft den Tag über verlassen – bevor Evas Obdach täglich um 19 Uhr wieder die Pforten öffnet.
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Neuköllner Notunterkunft für Frauen bleibt erhalten
Auch Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe ist sich der Bedeutung der Unterkunft bewusst, in Zeiten, „in denen Obdachlosigkeit besorgniserregende Zahlen erreicht hat“, wie die SPD-Politikerin festhält. „Gerade dieser Standort hier ist für die Frauen wichtig, weil es hier auch weitere Unterstützungsangebote für sie gibt.“ Aufgrund des hohen Bedarfs – die insgesamt 30 Plätze der Notunterkunft sind beinahe jede Nacht restlos belegt – kaufte der Senat direkt vier Einheiten in dem Haus und erweitere die Unterkunft damit um eine Einheit. Auf der zusätzlichen Fläche sollen bis zu 10 weitere Schlafplätze sowie ein Gemeinschaftsraum entstehen.
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Mit dem Kauf war die Gesellschaft für StadtEntwicklung (GSE) betreut. Das Objekt wird in das von der GSE verwaltete Treuhandvermögen des Landes Berlin überführt. GSE-Geschäftsführer Philipp Strohm lobte das schnelle Vorgehen: „Zwischen der Ankaufsprüfung durch die GSE, der Mittelfreigabe durch die Senatsverwaltungen, den Vertrags- und Kaufvertragsverhandlungen und letztendlich der notariellen Beurkundung ist nur ein gutes halbes Jahr vergangen.“ Das Projekt sei im „Berlin-Turbo“ vorangetrieben worden.

Ein neuer Mietvertrag mit dem SkF soll bereits demnächst geschlossen werden. Durch den Kostenmietansatz, bei dem die Mieten nur so hoch ausfallen wie auch die Kosten zum Betreiben der Räumlichkeiten sind, werde man einen sozialverträglichen Mietzins, der „bei wenigen Euros liegen wird“, anbieten können.





