Klimaaktivisten der Gruppe „Sand im Getriebe“ haben in Neukölln einen provisorischen Fahrradschutzstreifen errichtet. Dabei bemalten sie in der Nacht auf Mittwoch einen Abschnitt der Sonnenallee mit rot-orangener Kalkfarbe und Fahrradsymbolen, wie die Polizei Berlin am Mittwoch mitteilte.

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Den Angaben nach bemerkten vorbeifahrende Personen die Aktivisten auf der Straße und alarmierten die Polizei. Ersten Erkenntnissen zufolge stellten die Mitglieder der Gruppe Warnkegel an einem der Fahrstreifen auf und wandelten ihn mit der Farbe in einen etwa 100 Meter langen Fahrradstreifen um. Den Angaben zufolge verlief der Fahrradweg von dem S-Bahnhof Köllnische Heide bis zur Kreuzung zwischen Sonnenallee und Krebsgang.

Neukölln: Polizei nimmt Personalien von Aktivisten auf

Die Einsatzkräfte trafen vor Ort drei Aktivisten mit Warnwesten an und stellten die Personalien fest. Gegen die Aktivisten wurde eine Anzeige wegen Sachbeschädigung aufgenommen. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Manja Schreiner (CDU), Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin.
Manja Schreiner (CDU), Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin.© Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild

Die Aktion ist nach Angaben der Gruppe eine Reaktion auf den „Radwegestopp“ der Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU). Die Senatorin hatte kurz nach Beginn ihrer Amtszeit zahlreiche Radwegevorhaben in den Bezirken vorübergehend gestoppt, um die Projekte überprüfen zu lassen. „Es hilft jetzt nur eins: Radwege selber bauen und zeigen wie einfach es geht“, so eine Sprecherin von „Sand im Getriebe“.

Auf Twitter schrieb "Sand im Getriebe": "Der Radwegestopp zeigt: Autos first! Verkehrswende, Sicherheit im Radverkehr und Klimakrise second! Wieder einmal wird offensichtlich: Klimakampf ist Handarbeit! Wir sind deshalb selbst aktiv geworden und haben auf der Neuköllner Sonnenallee über Nacht einen PopUpRadweg gebaut." Und weiter: "Farbe ist keine Infrastruktur, aber immer noch lieber von uns gestrichene Fahrradwege als von der CDU gestrichene Fahrradwege! Daher haben wir heute Nacht die Verkehrswende selbst in die Hand genommen."

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dpa