Neubau

Stillstand beim C&A-Gebäude an der Karl-Marx-Straße

Das C&A-Gebäude an Neuköllner Karl-Marx-Straße modert seit Jahren vor sich hin. Nun äußert sich der Baustadtrat, wie es weitergeht.

Wann das ehemalige C&A-Gebäude an der Karl-Marx-Straße abgerissen wird, ist bisher noch unklar. 

Wann das ehemalige C&A-Gebäude an der Karl-Marx-Straße abgerissen wird, ist bisher noch unklar. 

Foto: Nina Kugler

Berlin.. Es ist ein Schandfleck an der Karl-Marx-Straße: Das ehemalige C&A-Gebäude an der Ecke Anzengruberstraße. Und das will an diesem Ort schon etwas heißen.

Anwohner und Passanten werden diesen Anblick wohl aber noch länger aushalten müssen, wie der Neuköllner Baustadtrat Jochen Biedermann (Grüne) jüngst in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mitteilte. Dem Bezirksamt liege über die aktuelle Zeitplanung des Eigentümers für den 1953 errichteten Komplex keine Erkenntnis vor, so Biedermann.

Gebäude soll durch Neubau ersetzt werden

„Der Grundstückseigentümer hat angekündigt, das ehemals als Kaufhaus errichtete Gebäude nicht erhalten, sondern durch einen Neubau ersetzen zu wollen, der einen großen Anteil an Büronutzung in den oberen Geschossen umfassen soll“, erklärte der Baustadtrat. In diesem Zusammenhang habe der Eigentümer verschiedene Varianten für eine Neubebauung und Nutzung des neuen Gebäudes vorgelegt und mit dem Bezirksamt diskutiert.

„Dieser Diskussionsprozess ist noch nicht abgeschlossen“, so Biedermann weiter. Allerdings würden diese Gespräche „seit mehreren Monaten nicht fortgesetzt“. Wie und wann es also mit dem Gebäude weitergeht, ist weiterhin unklar.

Neubau soll „belebenden Charakter“ für die Straße haben

In früheren Äußerungen hatte Biedermann angedeutet, dass die Vorstellungen des Bezirksamts und des Eigentümers in Fragen der Architektur eines möglichen Neubaus deutlich voneinander abweichen würden. Nun bezeichnete Biedermann das Gebäude an der Karl-Marx-Straße als „Schlüsselimmobilie“, das bei der Nachnutzung einen „belebenden Charakter“ für die Straße haben solle. „Daher kommt es bei der Beurteilung der Nachnutzung nicht nur auf die städtebauliche Wirkung sondern vorrangig auch auf die Nutzung selber an.“

Anfang 2012 hatte C&A sein Kaufhaus geschlossen. Längst ist die Bekleidungsfirma in eine moderne Shopping-Mall gegenüber dem einstigen Laden gezogen. Von 2015 bis 2018 diente das ehemalige Kaufhaus dann als Notunterkunft für Geflüchtete. Seitdem steht es leer. Vor dem Haupteingang haben sich seit rund einem Jahr mehrere Obdachlose häuslich eingerichtet.

„Alte Post“ wird seit Jahren renoviert

Gegenüber wird das Gebäude der „Alten Post“ seit Jahren aufwendig renoviert. Bald schon sollen hier die ersten Mieter in die neuen Büros, Co-Working-Spaces und Wohnungen einziehen. Und auch Gewerbe wird es in dem Gebäude geben, in Form von Fitnessstudios, Restaurants und Einkaufsgeschäften. Das wäre auch eine Idee für das ehemalige C&A-Gebäude. Aber vorerst wird das wohl ein Wunschtraum bleiben.