Noch ist die „Alte Post“ in Neukölln eine Baustelle: Kabel hängen von der Decke, der Boden ist mit provisorischen Platten abgedeckt und vor den Fenstern klebt Folie. Kaum vorstellbar, dass in das markante Gebäude an der Karl-Marx-Straße Ecke Anzengruberstraße bereits im kommenden Jahr der erste Mieter einziehen soll. Genau das aber verkündete nun Jörg Möller, der die Baustelle für die Investmentmanagementgesellschaft Commodus managt, bei der Fertigstellung des Rohbaus am Donnerstagabend. „In den kommenden Monaten widmen wir uns dem Ausbau der Fläche für unseren Mieter Regus“, sagte Möller. Der wolle „innovative Bürokonzepte und Co-Working-Flächen“ in der „Alten Post“ vermieten.

Auf dem insgesamt rund 5600 Quadratmeter großen Grundstück soll bis 2020 die „Alte Post“ im neuen Glanz erscheinen – und mit neuen Aufgaben. Der Investor Commodus hatte das Gebäude aus dem Jahre 1906 und das angrenzende ehemalige Fernsprechamt aus den 1920er-Jahren vor rund vier Jahren gekauft. Rund 50 Million Euro lässt er sich den Umbau in ein modernes Wohn-Arbeits-Gebäude kosten. Auf über 17.000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen Büros, Co-Working-Spaces, 63 Mini-Apartments für Studenten, mit einer Größe von etwa 29 Quadratmetern, sowie 15 Luxus-Wohnungen ab etwa 100 Quadratmetern. Außerdem werden ein Fitnessstudio, Restaurants und Einkaufsgeschäfte in dem kernsanierten Gebäude untergebracht werden.

"Alte Post" wird für 50 Millionen Euro zum Wohn-Arbeits-Haus

Die "Alte Post" an der Karl-Marx-Straße.
Die "Alte Post" an der Karl-Marx-Straße. © Jörg Krauthöfer
Das Gebäude steht seit 2003 leer.
Das Gebäude steht seit 2003 leer. © Jörg Krauthöfer
Im Inneren gibt es einigen Sanierungsbedarf.
Im Inneren gibt es einigen Sanierungsbedarf. © Jörg Krauthöfer
Bei einer Führung wurden die Räume mit Strahlern erleuchtet.
Bei einer Führung wurden die Räume mit Strahlern erleuchtet. © Jörg Krauthöfer
Es ist ein Blick in ein Berlin vergangener Tage.
Es ist ein Blick in ein Berlin vergangener Tage. © Jörg Krauthöfer
Hier wurde eine Zwischendecke herausgerissen.
Hier wurde eine Zwischendecke herausgerissen. © Jörg Krauthöfer
Blick auf die Baustelle.
Blick auf die Baustelle. © Jörg Krauthöfer
Im Treppenhaus aus alter Zeit könnte man sich durchaus eine Szene aus "Babylon Berlin" vorstellen.
Im Treppenhaus aus alter Zeit könnte man sich durchaus eine Szene aus "Babylon Berlin" vorstellen. © Jörg Krauthöfer
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Die "Alte Post" markiert das historische Zentrum Neuköllns

Die „Alte Post“ wurde 1906 eröffnet. Gelegen zwischen Rathaus und Amtsgericht markiert sie das historische Zentrum Neuköllns. Anfang der 80er-Jahre wurde das Gebäude zuletzt grundlegend saniert, um es den damaligen Anforderungen eines modernen Postbetriebs anzupassen. 2003 zog die Post schließlich aus, seitdem steht das Gebäude leer. 2017 war schließlich von der damaligen Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey die Baugenehmigung an „Commodus“ übergeben worden. Zwei Jahre später nun ist der Rohbau planmäßig fertig geworden. Bis 2020 sollen die Bauarbeiten an der „Alten Post“ abgeschlossen sein.