Extremismus in Neukölln

50 rechtsradikale Straftaten innerhalb von drei Monaten

Zwischen dem 9. Oktober 2018 und dem 29. Januar 2019 wurden 50 Straftaten aus dem rechtsextremen Spektrum in Neukölln gezählt.

Das brennende Auto von Ferat Kocak vor seinem Haus im vergangenem Jahr.

Das brennende Auto von Ferat Kocak vor seinem Haus im vergangenem Jahr.

Foto: Ferat Kocak

Berlin.  Die Zahlen sind alarmierend: Innerhalb von gut drei Monaten wurden in Neukölln 50 rechts motivierte Straftaten gezählt. Dies teilte nun die Senatsverwaltung für Inneres und Sport auf die Anfrage der Linken-Abgeordneten Niklas Schrader und Anne Helm mit.

Zahlen rechter Straftaten steigen an

Zum Vergleich: Zwischen dem 9. Februar und dem 8. Oktober 2018 – also innerhalb von acht Monaten – wurden 88 Fälle erfasst, weitere 31 wurden nochmals nachgemeldet. Hier ist also durchaus eine steigende Tendenz zu verzeichnen.

Die endgültigen Zahlen für 2018 können aber erst Mitte dieses Jahres mitgeteilt werden, hieß es von Seiten der Senatsverwaltung weiter.

Verschiedene Kategorien für Straftaten

Die Straftaten werden in verschiedene Gruppen kategorisiert. Dazu gehören: Terrorismus, Gewaltdelikte, Propagandadelikte und sonstige Delikte. Der häufigste Straftatbestand seit Oktober ist: Propaganda.

„Unbekannte Täter besprühten einen Altglascontainer mit einem Hakenkreuz und einem rechtsgerichteten Schriftzug.“ Das schreibt die Senatsverwaltung als ein Beispiel für Propaganda. Oder auch: „Der Tatverdächtige zeigte bei Annäherung von Polizeikräften den ‘Deutschen Gruß’.“

Rechte Anschlagserie nicht aufgeklärt

In Neukölln werden immer wieder Menschen, die sich gegen Rechts engagieren, Opfer von Brandanschlägen. Die Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus zählte bisher 14 Brandanschläge gegen Autos.

Eines der Opfer ist Buchhändler Heinz Ostermann. Zwischen Ende 2016 und Anfang 2018 wurde er innerhalb kürzester Zeit drei Mal zum Ziel von Attacken. Zweimal zündeten Unbekannte seine Autos an. Einmal wurde die Fensterscheibe seiner Buchhandlung zertrümmert. Die Täter sind bis heute nicht ermittelt.

Auch vom Linken-Abgeordneten Ferat Kocak wurde das Auto schon einmal angezündet. Auch hier gilt: Die Polizei vermutet die Täter in der rechtsextremen Szene. Verurteilt wurde bisher aber noch niemand.

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