Ein Hauch von Frischluft weht durch die Neuköllner Oper an der Karl-Marx-Straße: Zum einen feiert am Abend das Musiktheaterstück „Wolfskinder“ Premiere – wobei es sich streng genommen um eine Wiederaufnahme des erfolgreichen Stücks handelt, das hier bereits Anfang des Jahres lief. Wirklich neu aber ist die kulinarische Verköstigung an der Oper: das Operncafé eröffnet in neuem Glanz und unter neuer Leitung.

Nach einem Betreiberwechsel und zweimonatiger Umbauphase eröffnet das ehemalige Café „Hofperle“ nun unter neuem Namen: „Operncafé“. Und die neuen Betreiber Roman Plappert und Ramon Walzgott, die übrigens auch schon in der Komischen Oper für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich waren, bringen ihr eigenes Konzept gleich mit: vom klassischen Businesslunch über leckeren Kuchen nachmittags bis hin zu schnellen Gerichten für hungrige Operngäste am Abend.

In diesen Genuss kommen können Operngäste, die sich die Wiederaufnahme von „Wolfskinder“ ansehen möchten. Bis zum 20. September wird das Musiktheaterstück insgesamt 13 Mal aufgeführt. Bei dem Stück handelt es sich um eine Adaption der großen Märchenoper „Hänsel und Gretel“, die Engelbert Humperdinck im Jahr 1893 komponierte.

Wolfskinder: So nennt man übrigens die ostpreußischen Kinder, die im Zweiten Weltkrieg ihre Eltern und ihre Heimat verloren. Traumatisiert durch die Schrecken des Krieges und halb verhungert irrten sie manchmal jahrelang durch die Wälder Richtung Litauen. An der Neuköllner Oper beginnt die Erzählung in einer Nacht nach dem Krieg. Sieben Schwestern, die ihre Angehörigen verloren haben, erzählen sich das Märchen von Hänsel und Gretel, um sich von ihrer grauenvollen Lage abzulenken.

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