Nach dem Brandanschlag auf zwei Autos eines Burger-Restaurants in Neukölln, bei dem auch zwei Anwohner-Fahrzeuge ausbrannten, hat der Chef des Unternehmens eine Spendenaktion über das soziale Netzwerk Facebook gestartet. Am vergangenen Freitag wurden zwei Smart-Kleinwagen von SchillerBurger an der Herrfurthstraße von Unbekannten angezündet. Zwei weitere Wagen fingen ebenfalls Feuer. Verletzt wurde niemand.

Vier Autos brannten bei dem Anschlag vor einer Woche aus
Vier Autos brannten bei dem Anschlag vor einer Woche aus © dpa | Jörg Carstensen

Während die beiden Smart geleast und versichert waren, gehörten die beiden andern ausgebrannten Autos Anwohnern. Beide mehrere Jahre alten Fahrzeuge waren nicht kaskoversichert, weshalb die Eigentümer, eine Familie mit schulpflichtigen Kindern und eine schwangere Frau, auf den Kosten sitzen bleiben. „Die Besitzer der Autos sind Kiez-Nachbarn. Menschen, die gerne hier wohnen, die ihre Kinder hier groß ziehen, die Tür an Tür mit uns leben“, sagt Schiller-Chef Ali Cengiz. Man wolle den betroffenen Familien mit einer Spende helfen und ein Zeichen der Solidarität setzen. Auf der Facebook-Seite des Unternehmens wurde eine Kontonummer veröffentlicht. „Alle Spenden gehen ausschließlich an die betroffenen Personen“, so Cengiz weiter.

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Täter in linksautonomer Szene vermutet

Noch ist unklar, wer hinter der Brandstiftung steckt. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei ermittelt. Es wird aber vermutet, dass die Täter aus der linksautonomen Szene kommen und der Angriff auf die Imbisskette ein gezielter gewesen sein könnte. Denn für viele Linke ist der Laden ein Symbol für die Gentrifizierung des Schillerkiezes und war früher schon das Ziel von Attacken.

Deutliche Worte kommen aus der Politik. „Für solche Formen der politischen Meinungsäußerung, die das Eigentum und die Arbeit anderer zerstören und Schaden an Leib und Leben billigend in Kauf nehmen, habe ich nichts als Verachtung übrig“, sagte die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) der Berliner Morgenpost. Hier seien Menschen zu Schaden gekommen, die etwas Positives im Kiez tun, so Giffey weiter. Das sieht auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) so: „Wer Autos anzündet, begeht eine menschenverachtende Straftat, die Existenzen gefährdet“, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro.

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