Die Berliner Polizei hat den Autofahrer festgenommen, der am Donnerstag auf einem Supermarkt-Parkplatz in Neukölln gezielt in eine Menschengruppe gefahren war. Er war nach der Attacke geflüchtet. Gegen 0.45 Uhr sei der 23-Jährige auf dem Polizeiabschnitt 41 erschienen, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann wollte sich allerdings nicht stellen, sondern selbst eine Anzeige erstatten. Er soll einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden. Die Ermittlungen der 8. Mordkommission wegen versuchten Mordes dauern an.

Auch einige Zeugen sollen nach Medienberichten den Parkplatz verlassen haben. Wie die Polizei am Donnerstag berichtete, gehen auch die Untersuchungen weiter, warum es zu der Auseinandersetzung am Mittwochabend in der Lahnstraße gekommen ist. Bei dem Vorfall war ein 27-jähriger Mann schwer verletzt worden, drei weitere im Alter von 27 bis 29 Jahren erlitten leichte Verletzungen. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. „Es besteht der Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts“, so ein Polizeisprecher.

Gegen 19 Uhr kam es auf dem Parklatz einer Lidl-Filiale zu einem hitzigen Wortgefecht. Dem Vernehmen nach war es unter Mitgliedern einer serbischen Familie zum Streit gekommen. Ein Mann setzte sich schließlich in einen Kleinwagen der Marke Mitsubishi.

Der Fahrer fuhr nach Polizeiangaben auf eine siebenköpfige Gruppe zu. Ein Mann soll einen offenen Bruch des Oberschenkels erlitten haben und musste von einem Notarzt versorgt werden, bevor er zur Behandlung in eine Klinik kam.

Ein Mann sprang noch zur Seite

Drei Männer im Alter von 27, 28 und 29 Jahren wurden bei dem Zwischenfall leicht verletzt. So kam ein junger Mann, der sich mit einem Sprung zur Seite gerade noch vor dem herannahenden Kleinwagen retten konnte, mit einer leichten Blessur am Ellenbogen davon.

Der Mitsubishi-Fahrer konnte nach dem Zwischenfall zunächst zu Fuß entkommen. Der Mann hatte mit seinem helltürkisfarbenen Wagen beim Abstoppen noch einen einen geparkten Toyota gerammt und beschädigt, bevor er die Flucht ergriff. Augenzeugen berichteten, dass außerdem vier weitere am Streit beteiligte Männer den Tatort fluchtartig verlassen haben sollen.

Etwa 20 an den Auseinandersetzungen beteiligte Personen harrten nach dem Zwischenfall am Tatort aus. Die Hintergründe der Auseinandersetzung und warum diese so eskalieren konnte, sind noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen.

BM/pol/seg