Noch ein paar Oliven und eine Scheibe Mozzarella, dann ist Kai Wegners (CDU) Pizza fertig belegt. Dass der Regierende Bürgermeister zum gemeinsamen Kochen in das neu gebaute Azubi-Wohnheim an der Heinrich-Heine-Straße in Berlin-Mitte kommen würde, hatte er vor einem Jahr beim Baustellenfest versprochen. „Ich konnte ja nicht wissen, dass Sie mich daran erinnern“, scherzt er am Montagnachmittag.

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Als er anschließend gemeinsam mit Bildungssenatorin und Lebensgefährtin Katharina Günther-Wünsch (CDU) und den Auszubildenden die frisch gebackene Pizza probiert, zeigt er sich begeistert: „Es ist großartig, das Haus jetzt voller Leben zu sehen.“
Berlin: Azubis fällt es „besonders schwer“, eine Wohnung zu finden
Mit dem Jugendwohnheim schafft der katholische Sozialverband Kolping dringend benötigten Wohnraum für Auszubildende. Die Nachfrage ist groß: Innerhalb kürzester Zeit standen laut Kolping 200 Personen auf der Warteliste für eines der 104 Zimmer. „Es gibt kaum vergleichbare Angebote, obwohl es Azubis oft besonders schwer fällt, eine Bleibe zu finden“, sagt Bert Haushalter, Bereichsleiter für Bau und Sanierung.
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Das Projekt bietet jungen Menschen nicht nur eine bezahlbare Unterkunft, sondern auch eine sozialpädagogische Begleitung während der Ausbildung. Die monatlichen Kosten liegen bei rund 2000 Euro pro Person und sollen sowohl die Betreuung als auch die Refinanzierung des Gebäudes decken. Bis zu 450 Euro zahlen die Bewohner selbst, den Rest übernimmt das Jugendamt.
„Ganz anders als in einem klassischen Wohnheim“: Das berichtet eine Bewohnerin
Für Zeynep Dogan kam die Zusage genau zur richtigen Zeit. Die angehende Pflegefachkraft hatte lange vergeblich nach einem Zimmer gesucht. „Ich habe viele Angebote für Studenten gefunden und auch einige Wohnheime angerufen. Als Azubi konnte ich mich dort aber gar nicht bewerben“, sagt sie. Auch die meisten WG-Zimmer seien für sie finanziell nicht infrage gekommen.

Als Zeynep schließlich vom Kolping-Jugendwohnen erfuhr, bewarb sie sich sofort und erhielt im Mai die Zusage. Seit zwei Wochen lebt sie nun im Wohnheim. „Durch die Betreuung ist es hier ganz anders als in einem klassischen Wohnheim, aber ich finde es toll, dass wir vom Team unterstützt werden“, sagt sie.
Das Wohnheim beeindruckt Berlins Regierenden Bürgermeister
Beim gemeinsamen Pizzaessen mit Wegner und Günther-Wünsch kommt schnell die Wohnungsfrage auf. Nick Gebauer, der im ersten Lehrjahr bei der BVG ist, will wissen, wie der Senat mehr Wohnraum für junge Menschen schaffen will. „Das Land Berlin sollte da vorankommen“, findet er.
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Der Regierende Bürgermeister zeigt Verständnis. „Azubis sind genauso wichtig wie Studierende“, betont er und verweist auf das Berliner Azubiwerk. Ein Pendant zum Studierendenwerk, das laut Senatsverwaltung noch in diesem Jahr gegründet werden soll. Zudem suche Wegner das Gespräch mit den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, um weitere Wohnprojekte zu ermöglichen. „Das wäre eine Chance – aber versprechen kann ich noch nichts“, sagt er.
Nach dem Essen und einem Rundgang durch das Gebäude verabschieden sich die Gäste mit lobenden Worten. „Ich finde es beeindruckend, dass die Auszubildenden schon nach wenigen Wochen von einem Familiengefühl sprechen“, sagt Wegner. Das Wohnheim sei eine große Chance, um junge Menschen für Berlin zu gewinnen. „Hier entsteht nicht nur bezahlbarer Wohnraum, sondern auch Integration, Gemeinschaft und Selbstständigkeit“, bestätigt Günther-Wünsch. Mit einem Seitenblick auf Wegner ergänzt sie: „Und er darf jetzt öfter Pizza machen.“






