Wie sanierungsbedürftig Berlin ist, wird für Bewohner und Verkehrsteilnehmer im Moment durch viele Staus, Umleitungen und Sperrungen spürbar. Im Herzen von Berlin gleicht das Durchkommen durch den Verkehrs-Dschungel derzeit einem Hürdenparcours. Schon seit dem 9. Januar werden die Buslinien 200, 248, N2 und N42 umgeleitet, wegen „eines Schadensereignisses“.

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Gemeint sind die Schäden an der Neuen Gertraudenbrücke: Als Teil der Verbindung Leipziger Straße–Mühlendamm überspannt die Neue Gertraudenbrücke den Spreekanal. Unmittelbar daneben wird die Mühlendammbrücke abgerissen und soll bis 2029 neu errichtet werden. Über die Brücke fahren normalerweise täglich rund 73.000 Fahrzeuge. Sie ist eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen zwischen Alexanderplatz und Potsdamer Platz. Die Folge sind schon heute tägliche Staus.

Neue Gertraudenbrücke in Berlin-Mitte
Bei Prüfungen an der Neuen Gertraudenbrücke in Berlin-Mitte wurden Schäden festgestellt, die aktuell zu Verkehrseinschränkungen führen.© SenUVK | SenUVK

Gleich zwei Brücken fallen aus

Während die Mühlendammbrücke gefährlichen Betonkrebs (Alkali-Kieselsäure-Reaktion) aufweist, wurden an der Gertraudenbrücke 2025 sogenannte „Ermüdungsrisse“ festgestellt. Daher muss die alte, 30 Meter breite Brücke erst einmal abgerissen werden. Mitte 2027 soll’s losgehen mit dem Ersatzneubau, der laut Architekturbüro „wesentlich schlanker“ werden soll.

Neue Gertraudenbrücke
Ersatzneubau Gertraudenbrücke: So soll sie bis 2029 aussehen. Auch der Spittelmarkt soll im Zuge der Bauarbeiten neu gestaltet werden.© BM | sbp – schlaich bergermann partner

Der Spittelmarkt soll im Zuge des Neubaus auch gleich neu gestaltet werden. Frühestens 2031 wird die Ersatzbrücke fertig. Für Berliner bedeutet das: jahrelange Umleitungen. Für Autofahrer führt dies zu vermehrtem Stau, die Busumfahrungen funktionieren jedoch erstaunlich reibungslos.

Bis Juni 2026: BWB arbeitet an Wasserleitungen

Der Werdersche Markt und die nahegelegene Markgrafenstraße im Berliner Bezirk Mitte nahe dem Auswärtigen Amt und der Museumsinsel sind zentrale Verkehrsknotenpunkte. Neben der Fahrbahn werden hier auch Gehwege, Parkflächen und Wasserleitungen vollständig neu gebaut.

Es gibt Rückstau in der Krausenstraße nahe der Markgrafenstraße. Der Bereich zwischen Jerusalemer Straße Süd und westlich der Markgrafenstraße ist seit Oktober komplett gesperrt, jetzt ist der Bereich bis zur Charlottenstraße dran. Die Sperrung betrifft den kompletten Durchgangsverkehr. 

Sperrung der Krausenstraße
Die Verlegung neuer Trink- und Abwasserleitungen führt zur Sperrung zwischen Charlottenstraße und Markgrafenstraße. © FUNKE Foto Services | Joerg Carstensen

Bis Juni 2026 werden zwischen Markgrafenstraße und Charlottenstraße derzeit Wasserleitungen durch die Berliner Wasserwerke (BWB) erneuert. „Wir tauschen insgesamt 480 Meter Trinkwasserleitung mit 20 Zentimeter Innendurchmesser sowie 296 Meter Abwasserkanäle in Größen zwischen 30 und 50 Zentimetern aus“, wie BWB-Sprecher Stephan Natz erklärt. Die gesamten Infrastruktur-Erneuerungen in diesem Abschnitt sollen bis Juni 2027 dauern. Als Umfahrungsmöglichkeiten stehen nördlich die Leipziger Straße sowie südlich die Schützenstraße und die Zimmerstraße zur Verfügung. Für den Radverkehr besteht aufgrund der beengten Platzverhältnisse keine Durchfahrtmöglichkeit.

Chausseestraße einspurig, Schiffbauerdamm gesperrt

Die Chausseestraße ist noch bis Ende Mai 2026 wegen Gleisarbeiten der BVG stadteinwärts zwischen Invalidenstraße und Tieckstraße für den Auto- und Radverkehr gesperrt. Außerdem ist der Schiffbauerdamm bis 12. Mai in beiden Richtungen zwischen Luisenstraße und Albrechtstraße wegen einer Baustelle für Leitungsbau komplett für Autos gesperrt.