Sie ist eine weibliche Tech-Ikone, die eher im Hintergrund steht: Constanze Kurz, Sprecherin des Berliner Chaos Computer Clubs (CCC).  Dabei ist die Expertise der 52-jährigen Wissenschaftlerin wichtiger denn je. Denn ihre Schwerpunktthemen sind Überwachungstechnologien und Datensicherheit. „Wir leben im Zeitalter der digitalen Massenüberwachung“, so Kurz.

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Den Chaos Computer Club, Europas größte Hackervereinigung, beschreibt sie als „Hacker-Kollektiv“. Sie legt Wert auf die Feststellung, dass die Hacker des CCC keine Kriminellen sind, die Daten oder Bitcoins klauen, sondern Ehrenamtliche, die „Hacktivismus“ betreiben.

Was bedeutet das? Die Grundsätze der Hackerethik des CCC beinhalten unter anderem den freien Zugang zu Informationen sowie die Bewertung von Hackern allein nach ihren Fähigkeiten. Seit 40 Jahren ist der CCC ein eingetragener Verein. In der lokalen Gruppe Berlin gibt es rund 100 freiwillige Aktive, bundesweit sind aktuell rund 9000 Mitglieder registriert.

1981 formte sich der Chaos Computer Club

Auf seiner Website beschreibt sich der Chaos Computer Club als „galaktische Gemeinschaft von Lebewesen, unabhängig von Alter, Geschlecht und Abstammung sowie gesellschaftlicher Stellung“, die sich grenzüberschreitend für Informationsfreiheit und ein Menschenrecht auf ungehinderte Kommunikation einsetzt. Als Instanz zwischen Hackern, Systembetreibern, Politikern und der Öffentlichkeit.

Clubräume CCCB
Die Clubräume des Chaos Computer Clubs Berlin (CCCB) befinden sich in der Marienstraße in Mitte.© BM | Mikael Voss

Im September 1981 wurde der Chaos Computer Club gegründet. Am Tisch der Kommune 1 der Zeitung taz in Berlin trafen sich damals Hacker, die sich selbst als „Komputerfrieks“ bezeichneten, im Rahmen des „tu-wat“-Kongresses. Sie hatten die Möglichkeiten der gerade aufkommenden elektronischen Datennetze erkannt.

Ziel des CCC: Befreiung vom US-Plattform-Kapitalismus

Der Chaos Computer Club trug maßgeblich zur Abschaffung von Wahlcomputern im Jahr 2008 bei. Seit 2009 stimmen Deutsche wieder mit Stift und Zettel ab. Ein für das Bundesverfassungsgericht verfasstes Gutachten hatte nachgewiesen, mit wie geringem Aufwand es möglich ist, Wahlen an Wahlcomputern zu manipulieren.

CCCB
Hackerhumor an der Wand des Chaos Computer Clubs Berlin: „Computer sind Scheiße, können aber nichts dafür.“© BM | CCCB

Der CCC hatte zusammen mit Schriftsteller Marc-Uwe Kling („Die Känguru-Chroniken“) auf dem letzten Congress des Chaos Computer Clubs – dem „39C3“ im Dezember in Hamburg – den Digitalen Unabhängigkeitstag (DI.Day) angekündigt.

Die Veranstaltungen dazu finden seit Januar 2026 an jedem ersten Sonntag im Monat bundesweit statt, in Berlin abwechselnd, unter anderem in der C-Base in der Rungestraße 20 (Mitte), dem Ableger des Chaos Computer Clubs in Berlin, in der Marienstraße 11 (Mitte) und dem xHain Maker- und Hackerspace in Friedrichshain.

Das erklärte Ziel: sich von der Abhängigkeit der US-Konzerne zu befreien und auf Open-Source-Alternativen wie Linux und Gimp umzusteigen. Alle Veranstaltungen zum DI.Day 2026 hier.