Der Ukraine-Krieg, die Entsendung von US-Truppen in den Iran, oder der Krieg in Nordostsyrien und Sudan – es brennt momentan an vielen Orten auf der Welt. Vor 55 Jahren entstand das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) an der Universität Hamburg. Der Gründungsdirektor Wolf Graf von Baudissin war ein General – und Entwickler des Konzepts der Inneren Führung, des Bürgers in Uniform. Bis heute gibt es am Hauptsitz in Hamburg einen Dienstposten der Bundeswehr, um den Austausch zwischen Friedensforschung und Bundeswehr zu fördern.

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Lange bevor der Begriff in aller Munde war, forschte das IFSH bereits interdisziplinär und schlug Brücken über bestehende Wissensgrenzen hinweg. Das Institut, das deutschlandweit über 100 Mitarbeiter beschäftigt, besitzt auch eine Außenstelle in Berlin. Politikwissenschaftlerin Anja Dahlmann, die seit 13 Jahren in der Hauptstadt lebt, ist die Leiterin des Berliner Büros in der Reinhardstraße in Mitte. Dort arbeiten derzeit 12 Menschen.

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„Menschen verstehen immer weniger, was ihnen KI-Systeme vorschlagen“

„Wir hoffen, dass wir mit unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen Handlungsempfehlungen für Politiker geben können, durch die der Frieden gewährleistet werden kann. Ein bisschen Optimismus und Idealismus ist dabei dringend notwendig“, so Dahlmann. Dies sei „mit dem Blick auf die Weltpolitik“ auch für das Team des IFSH im Moment nicht einfach.

Ist Krieg zu profitabel für manche Nationen, um Frieden zu bewahren? Dahlmann antwortet vorsichtig: „Krieg zahlt sich in manchen Aspekten vielleicht kurzfristig aus, indem man sich Bodenschätze oder den Zugang zum Meer aneignet, aber langfristig schadet Krieg sowohl dem einzelnen Menschen, als auch der internationalen Sicherheit.“

Die Mitarbeiter des Instituts arbeiten in den drei Forschungsbereichen gesellschaftlicher Frieden und Innere Sicherheit, europäische Friedens- und Sicherheitsordnungen sowie Rüstungskontrolle und neue Technologien. Dahlmann forscht an den Schwerpunktthemen KI und Militär. „Grundsätzlich muss man hier auf Probleme wie Destabilisierung und Rüstungswettläufe gucken“, erklärt sie. Es sei ein starker Trend zu KI und autonomen Möglichkeiten zu beobachten.

„Es wird nicht nur an Drohnen, sondern auch an autonomen Panzern und U-Booten gearbeitet. Der Mensch spielt dabei eine zunehmend kleinere Rolle“, sagt Dahlmann. „Technologien sollen menschliche Fähigkeiten ergänzen, aber nach und nach könnte es sich dahingehend entwickeln, dass Menschen immer weniger verstehen, was ihnen KI-Systeme vorschlagen.“