„Jeder Mensch sollte seinen Kühlschrank füllen können und nicht alleine sein“, sagte Moderatorin Katja Burkard bei der ersten Glow Gala im Hotel Luc am Gendarmenmarkt am Donnerstagabend. Doch die Realität sieht anders aus: Jede fünfte Frau ab 65 ist armutsgefährdet, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. Zwei von zehn Frauen verzichten im Alter auf Mahlzeiten und ziehen sich aus Scham über ihre prekäre Situation vor anderen Menschen zurück. Armut isoliert.

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Das Kollagenpulver-Start-up Glow25 um Rafael Frenk aus Prenzlauer Berg hat jetzt eine Stiftung gegründet, die Altersarmut bekämpfen soll. Bei der ersten Benefizgala im Hotel Luc stellte sich die Glow Foundation vor. Für viele das Highlight des Abends: Vicky Leandros Auftritt mit ihrem Evergreen „Ich liebe das Leben.“ Mit einer Auktion wurden Spendengelder gesammelt, die vier karitativen Organisationen zugute kommen sollen, die älteren Frauen in Armut aktiv helfen. Auf der hochkarätigen Gästeliste der Gala unter anderem Desiree von Preußen, Diana zur Löwen, Annabelle Mandeng, Fiona Bennett, Anna von Griesheim, Andrea Verpoorten und Prinz zu Schleswig-Holstein.
Gala mit Auktion
Erste Glow Benefiz-Gala in Berlin – die schönsten Bilder
Iris Freifrau von Künsberg-Lingenthal stellte ihren Verein Helfende Hand für Frauen vor, den sie mit sieben anderen engagierten Frauen und Männern in Berlin gründete. Seit sie eine ältere Dame angesprochen hat, die im Winter mit Sandalen unterwegs gewesen war, engagiert sich die Adelige. Seit 2018 unterstützt ihr Verein Frauen ab 60, die unverschuldet in Not geraten sind.
Nach dem Motto „Taschen leer, Herzen voll“ gab es während der Gala eine „Stille Auktion“ bei der jeder schriftliche Gebote abgeben konnte. Versteigert wurden unter anderem Kunstwerke und Fotografien (unter anderem von Türsteher Sven Marquardt) und handsignierte Fotos von Karl Lagerfeld oder dem Dalai Lama, sowie Stilberatungen oder ein Stimmtraining.

Mit dem Erlös sollen folgende vier Projekte unterstützt werden:
- Der Verein Lichtblick Seniorenhilfe, gegründet 2003 in München, der momentan 31.000 Seniorinnen aus ganz Deutschland unterstützt. Mit 100 Euro füllt der Verein vier Seniorinnen den Kühlschrank, die sonst ab Mitte des Monats hungern.
- Oll Inclusive, ein Projekt, das in München und Köln aktiv ist und demnächst nach Berlin kommt. Gründerin Mitra Kassai erhielt 2024 die „Goldene Bild der Frau“
- Die gemeinnützige Unternehmergesellschaft (gUG) Mehr Zusammen aus Hamburg. Nussin Armbrust führt jüngere und ältere Menschen zusammen, die sonst einsam wären, vor allem an Heiligabend und Ostern
- Das Projekt Gitti & Gerda aus Berlin-Kreuzberg sorgt mit Gruppenunternehmungen für Spaß bei älteren Menschen, die ansonsten alleine wären. Trike-Touren und Tanzveranstaltungen bringen Menschen zusammen.
Aline von Drateln: „Care-Arbeit muss endlich anerkannt werden“

Aline von Drateln, die selbst drei Kinder hat, wird beim Thema Altersarmut bei Frauen emotional: „Ich bin so froh, dass es mittlerweile einen Ausdruck gibt für die Arbeit die Frauen leisten und die sie später so oft in die Armut treiben: Care-Arbeit. Frauen ziehen Kinder groß und übernehmen den Mental Load. Diese Dinge sollten nicht nur mit Blumen zum Muttertag anerkannt werden, sondern finanziell.“ Ihrer Ansicht nach braucht es Vorreiterinnen und mehr Sichtbarkeit für das Tabu-Thema Altersarmut bei Frauen.



















