Wer in der Schlange zur Currywurstbude stand, hatte einen hervorragenden Blick auf den Ring. Denn genau dort, zwischen dem Stand von Curry 36, portugiesischen Tapas, der Robert-Bosch-Stiftung und „Weine von der Mosel“, fand ein Wrestlingkampf statt. Die Kämpfer klammerten, schlugen, hakten und stürzten zu Boden. Und die Besucher grölten und applaudierten.

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Wer denkt, dass sich diese Szene irgendwo auf einem Jahrmarkt abgespielt hat, irrt. Sie geschah am Sonnabend im Garten von Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten. Frank-Walter Steinmeier hatte dort für zwei Tage zum Bürgerfest eingeladen. Unter dem Motto „Ehrensache – Ich bin dabei“ empfing Steinmeier geladene Gäste und Bürgerinnen und Bürger.

Wrestlingkampf beim Bürgerfest des Bundespräsidenten vor Schloss Bellevue.
Wrestlingkampf beim Bürgerfest des Bundespräsidenten vor Schloss Bellevue.© BM | Leonard Laurig

Auf dem Programm stand unter anderem Musik, Artistik und Tanz. Und eben auch ein Wrestlingkampf. Ein bisschen Jahrmarktstimmung kam also doch auf. Dabei stand das Fest eigentlich im Zeichen des Ehrenamts. Bereits am Freitag hatte Steinmeier 4400 ehrenamtlich engagierte Menschen in den Park von Schloss Bellevue eingeladen. „Was Sie mit Ihrem Einsatz für unsere Gesellschaft, für unser Miteinander, für unser Land tun, das ist mit Gold nicht aufzuwiegen. Auch nicht mit Silber. Das ist unbezahlbar“, sagte Steinmeier. Er rief auch alle anderen dazu auf, sich einzubringen. Etwa an dem von ihm ins Leben gerufenen „Ehrentag“ am 23. Mai kommenden Jahres.

Großer Andrang beim Fest im Schloss Bellevue – nicht alle Gäste kommen rein

Am Sonnabend öffnete das Fest seine Tore für alle Bürgerinnen und Bürger. Wobei längst nicht alle Interessierten hereingelassen wurden. Der Andrang war schlicht zu groß. Bis zu drei Stunden mussten einige Gäste warten, um die kostenlosen Restkarten zu ergattern. Insgesamt 10.000 Besucher strömten an diesem Tag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in den Garten von Schloss Bellevue.

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Steinmeier selbst sprach auf der Bühne einige Grußworte, kämpfte sich anschließend durch die Menge und las auf einer anderen Bühne mit seiner Frau Elke Büdenbender einige Seiten aus einem Kinderbuch vor. Dann verschwand er wieder in seinem Amtssitz.

Für die 60 teilnehmenden Organisationen war das Fest ein Erfolg. „Die Ehrenamtlichen sind für uns unverzichtbar“, sagte etwa Uli Neugebauer von der Berliner Stadtmission. „Ohne die würde unsere Arbeit gar nicht funktionieren.“ Umso wichtiger sei es, das Engagement zu würdigen. „Ich habe das Gefühl, dass der Bundespräsident sich dessen bewusst ist und das sehr ernst nimmt“, sagt er. Das sei nicht selbstverständlich.