Am Montagmorgen ist es auf einem Dach eines Hochhauses in Berlin-Mitte zu einem Brand gekommen. Die Rauchsäule war am frühen Morgen in weiten Teilen Berlins zu sehen. Die Einsatzkräfte wurden um 8.26 Uhr zu dem Feuer an der an der Ecke Kurfüstenstraße/An der Urania alarmiert. Zunächst machten sich 90 Einsatzkräfte auf den Weg. Als sie eintrafen, alarmierten sie nach, sie forderten 20 weitere Personen an, die Zahl stieg im Verlauf des Morgens auf letztlich auf 130 Personen. Zeitgleich liefen bereits erste Videoaufnahmen in den sozialen Medien ein. Manche sprachen von Explosionen, die sie gehört hatten. Das Feuer, es stellte die Einsatzkräfte vor Herausforderungen.
‼️In #Schöneberg ist die Kurfürstenstraße zwischen Keithstraße und An der Urania wegen eines Feuerwehr-Einsatzes voll gesperrt. Brand auf Hochhaus-Baustelle. @BerlinRundfunk Reporter ist auf dem Weg pic.twitter.com/BWgLy3tv2J
— VerkehrsstudioBerlin (@VerkehrBerlin) 30. Juni 2025
„John Jahr Haus“ sollte bis Ende des Jahres fertiggestellt werden
Bei dem Gebäude handelte es sich um das „John Jahr Haus“. Es ist der geplante Neubau, dem das Constanze Pressehaus weichen musste. Dort war früher der Verlag Gruner + Jahr untergebracht. Der Neubau erstreckt sich laut Projektentwickler über 17 Stockwerke und ist 68 Meter hoch. Bis zum Jahresende sollte das Gebäude eigentlich fertiggestellt werden. Büros sollten in dem Hochhaus untergebracht werden, flankiert von Wohnungen. Das Investitionsvolumen für das Bauvorhaben lag zwischen 110 und 115 Millionen Euro. An diesem Morgen ist das Hochhaus noch teilweise eingerüstet. Als das Feuer auf dem Dach ausbrach, befanden sich Bauarbeiter in dem Gebäude. Sie retteten sich über einen Außenfahrstuhl und brachten sich in Sicherheit.
#Berlin #Brand #feuer Incendie en cours sur un immeuble en rénovation. Photo : Brice Boussouar pour @FranceTVBerlin pic.twitter.com/GUUsutzKAg
— Lionel Feuerstein 🎈 (@olesmains) 30. Juni 2025
In der Folge kam es nach Angaben der Feuerwehr zu Explosionen. Druckgasbehälter explodierten, brennende Teile flogen vom Dach in die unteren Etagen. Im 16. Stock brannte es ebenfalls, im 11. Stock entstanden Glutnester. Mehr als eine Stunde kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen. Mithilfe einer Drehleiter und einer Hebebühne gelangten sie in das Gebäude und löschten es teilweise auch von außen. Auch eine Drohne schwirrte zur Unterstützung um das Gebäude herum. Die Drohne zeichnete Wärmebilder und zeigte den Einsatzkräften, wo sich Flecken im Gebäude befinden, die mehr als 50 Grad Celsius anzeigen. Das, so ein Feuerwehrmann, sei die Hitze, die nicht durch die Sonneneinstrahlung entstehe.

Feuer in Berlin: Einsatz mit Drehleiter, Hebebühne und Drohnen – „Große Herausforderung“
Adrian Wentzel begleitete den Einsatz vom Boden aus, er ist ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Mit Blick auf die Höhe des Gebäudes sprach er am Morgen von einer „großen Herausforderung“. Weder mit der Drehleiter noch mit einem Spezialfahrzeug mit einer Länge von 50 Metern hätten die Einsatzkräfte das Dach erreichen können. Es blieb innen keine andere Wahl als den Brand von innen zu bekämpfen. „Sie müssen über zahlreiche Etagen durch das Treppenhaus“, sagte Wentzel und beschrieb das als sehr anstrengend und personalintensiv. Schläuche mussten etwa über das Treppenhaus verlegt werden.

Letztlich hatten sie Erfolg. Gegen 10 Uhr war der große Brand weitgehend unter Kontrolle. Kein Rauch mehr stieg über dem Gebäude auf. Während innen Feuerwehrmänner noch nach kleineren Glutnestern suchten, löschten Einsatzkräfte von außen nach. Gegen 11 Uhr, zweieinhalb Stunden nach Eingang des Notrufs, verließ ein großer Teil der Feuerwehrmänner das Gebäude, sie zogen ihre Sauerstoffflaschen ab. Manche streiften auch Teile ihres Anzuges ab und setzten sich in den Schatten, schnauften einmal durch.
Brand in Berlin-Mitte: Die Feuerwehr erreicht die Spitze des Gebäudes nicht mit ihren Drehleitern, daher müssen Einsatzkräfte innen die restlichen Etagen nach oben laufen während von außen gelöscht wird. via @morgenpost #b3006 pic.twitter.com/Uom70RPKM6
— Julian Würzer (@wurzer_julian) 30. Juni 2025
Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, der auch rund 1000 Mitglieder bei der Feuerwehr vertritt, bedankte sich für den Einsatz der Feuerwehrmänner. „Wir danken den Kollegen der Berliner Feuerwehr, die heute wirklich alles gegeben haben, um den Brandherd auf der Baustelle an der Kurfürstenstraße möglichst schnell in den Griff zu bekommen und die Auswirkungen halbwegs eindämmen konnten“, sagte er. Allerdings legte er auch den Finger in die Wunde. „Bei der spürbaren Tendenz, dass in Berlin mangels räumlicher Kapazitäten stetig höher gebaut werden und auch die Traufhöhe angehoben werden soll, darf aber niemand vergessen, dass die Drehleitern begrenzte Einsatzmöglichkeiten haben“, so Jendro weiter. „Wir haben schon jetzt viel zu wenige und müssen auch angesichts des heutigen Bürohausbrandes schnellstmöglich über Investitionen in moderne Technik zur Brandbekämpfung wie Löschdrohnen nachdenken.“
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Wie es zu dem Brand gekommen war, ist bislang noch unklar. Auch die Berliner Polizei konnte am frühen Nachmittag noch keine Auskunft über die Ursache geben. Allerdings ist der Brand nun ein Fall für die Kriminalpolizei. Einer Polizeisprecherin zufolge ermitteln die Beamten. Erste Ergebnisse werden für Dienstag erwartet.



