Die SPD-Fraktion fordert vollständige Aufklärung in der Diskussion um Mobbingvorwürfe an der Carl-Bolle-Grundschule in Moabit. Bekannt war bereits der Fall eines homosexuellen Lehrers, der über anhaltendes Mobbing durch Schülerinnen und Schüler berichtet hatte.

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Laut der „Süddeutschen Zeitung“ gab es daneben aber noch weitere Berichte von Lehrkräften, die sich über massive Probleme an der Schule beschwert haben. „Wir haben da schon einige Fragen“, sagte der Bildungsexperte der Fraktion, Marcel Hopp, der Deutschen Presse-Agentur. „Vor allem die: Wer fühlt sich hier eigentlich verantwortlich in so einem Fall?“
Der Fall erinnert an die Rütli-Schule in Neukölln 2006: Lehrkräfte schrieben einen Brandbrief über die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände. Nachdem jahrelang viel Geld investiert und neues Personal eingestellt wurde, gilt die Schule heute als Vorzeigeprojekt.
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Schulleitung und Bildungsverwaltung in der Pflicht
Die Vorwürfe über die Zustände an der Carl-Bolle-Grundschule müssten komplett aufgeklärt werden, forderte Hopp. Wenn Lehrkräfte gemobbt würden und entsprechende Vorfälle nach oben meldeten, könnten sie erwarten, dass man sich schützend vor sie stelle. „Und das ist hier nicht passiert“, kritisierte der Abgeordnete. „Und deshalb sehe ich hier schon ein systematisches Problem, das wir unbedingt angehen müssen.“
Sowohl die Schulleitung, als auch die Schulaufsicht und die Bildungssenatorin müssten zur Aufklärung beitragen: „Wie kann es sein, dass mehrere Lehrkräfte über Jahre hinweg solche Fälle melden und es passiert einfach nichts?“ Hopp ist Mitglied im Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses, in dem das Thema bei der nächsten Sitzung am Donnerstag zur Sprache kommt. „Wir erwarten da Antworten.“
Vorwurf von Lehrerin: „Komplettes Systemversagen“
Eine Lehrerin warf den Berliner Behörden „komplettes Systemversagen“ vor. Schon 2018 hätten Lehrkräfte in einem Brief an das Schulamt über Gewalt, Diskriminierungen und Mobbing informiert. Es sei aber nichts unternommen worden.
Eine andere Lehrerin sagte der Zeitung, vor einer Sportunterrichtstunde habe ein Schüler ihr erzählt, ein Mitschüler wolle ihn mit einem Messer abstechen. Sie sei zu diesem Schüler gegangen, habe dessen Messer konfisziert und den Vorfall der Schulleitung gemeldet. Es sei aber auch in diesem Fall nichts unternommen worden. Die Schulleitung und die Bildungsverwaltung reagierten auf dpa-Anfrage zunächst nicht.
dpa/BM





