Ein Meer von Blüten in violett und rosa, rot, gelb oder weiß – Der Rhododendronhain im Tiergarten unweit des Neuen Sees bezaubert alle Spaziergänger. Die Blütezeit dieser Pflanze, die auch Rosenbaum genannt wird, liegt zwischen Anfang April und Ende Juni und dauert im Schnitt vier Wochen. Die exakte Dauer der Rhododendronblüte hängt von der Witterung ab und kann einige Tage bis zu zwei Wochen dauern.
Am Dienstag fand der Pflanzenliebhaber Markus S. jedoch „abgeholzte Rhododendren, zum Teil mit vertrocknenden Blüten“ vor, wo noch vor kurzem eine Blütenpracht war. Er schrieb an die Morgenpost, er sei „fassungslos. Rhododendren benötigen viele Jahre, um so prächtig zu wachsen. Mir blutet das Herz und ich frage mich, ob eine solche Zerstörung wunderschöner Pflanzen überhaupt zulässig ist. Handelt es sich beim Tiergarten nicht um eine geschützte Grünanlage?“

Bezirksamt: Gründe für den Beschnitt
Auf Anfrage der Morgenpost bezog das Bezirksamt Mitte Stellung: „Es handelt sich hier um einen erforderlichen Pflegerückschnitt nach der Blüte. Nur so kann sich die ganze Blütenpracht auch im nächsten Jahr wieder voll entfalten und der Rhododendron-Hain als Sehenswürdigkeit im Gartendenkmal Tiergarten dauerhaft erhalten werden.“
Die Rhododendren in diesem Bereich seien im Laufe der Jahre sehr in die Höhe gewachsen. Bedingt durch Pilze im Boden, so genannte Hallimasch, hätten die Sträucher aber nur ein geringes Wurzelwachstum. In regelmäßigen Abständen müsse daher die Höhe und somit das Gewicht reduziert werden, damit die Sträucher nicht umkippen.
Der Rückschnitt ist in diesem Bereich auch noch nicht abgeschlossen. Vor den Schnittmaßnahmen werden die Sträucher sorgfältig auf Nistplätze untersucht und Bereiche mit Nestern werden nicht geschnitten. Leider halten sich auch nicht alle Parkbesuchenden an die Regeln, so dass es durch das Betreten und Durchschreiten der Sträucher immer wieder zu Schäden im Rhododendron-Hain kommt.


