Die Grünflächen in Mitte werden erneuert. Klar, durchgefrorene Böden kann man nicht beackern. Doch es gibt auffallend viele Baustellen in diesem Sommer – kaum ein Park in der Innenstadt, in dem man nicht an Bauzäune stößt. Viele Parks sind über Monate teilweise oder ganz gesperrt, andere sogar über Jahre. Das verärgert viele Berliner, schon wieder ein Bauzaun, heißt es. Ein wenig Vorfreude ist allerdings auch dabei.
Die „Amazone zu Pferde“, sonst neben den Tieren im Großen Tiergarten unterwegs, ritt in den vergangenen Monaten durch Erdhügel. Bagger tauschten den Boden aus, im Juni wurden insektenfreundliche Blühstauden gepflanzt. Die acht Tierplastiken – zwei Bisons, zwei Hirsche zwei Elche, ein Stier, ein Bär – waren vorübergehend in Holzverschlägen verschwunden. Um das Ensemble herum wurden auch neue Wege verlegt, die Tierskulpturen sollen miteinander verbunden werden, es wurden 13 Bäume gepflanzt, Beete und eine Sonnenwiese um die Amazone angelegt.

Bis Herbst ist auch der nördliche Teil des Schillerparks nicht wie gewohnt zugänglich. Auf Grundlage historischer Pläne erneuert das Straßen- und Grünflächenamt die Wege-, Platz- und Pflanzflächen im Schillerpark. Die früher als Eichenplatz bezeichnete Fläche bei der Barfusstraße soll nach historischer Vorlage wiederhergestellt werden.
Wasserkontrolle im Fritz-Schloss-Park
Im Fritz-Schloss-Park wird ebenso bis Ende des Jahres gearbeitet. Der Park ist hügelig, daher sammelt sich das Regenwasser immer an den tiefsten Geländepunkten. Das bedeutet: Starkregen hat hier immer wieder zu Überschwemmungen geführt, die Wege waren dann oft kaum begehbar. Einige wurden 2020 und 2021 bereits gemacht: Das Wasser fließt dort jetzt an den Seiten ab. Jetzt muss man an die anderen Wege ran: Wegebegrenzungen kommen weg, es werden Versickerungsmulden angelegt, neue Querrinnen gepflastert und einige Wege in ihrer Höhenausbildung verändert. Bezirksstadträtin Almut Neumann (Grüne), zuständig für Mittes Grünanlagen, sagte, das Regenwasser solle durch kontrollierte Ableitung langsam versickern und damit auch den Pflanzen im Park besser zugutekommen.

Im Juni hat das Straßen- und Grünflächenamt Mitte auch mit der Neugestaltung des Weddingplatzes und der Reinickendorfer Straße begonnen. Er ist in diesem und im nächsten Jahr jeweils nur zur Hälfte nutzbar. Dort wird in zwei Bauabschnitten gearbeitet. Es werden 49 neue Bäume gepflanzt – als Ausgleich für 17 Bäume, die im Vorfeld gefällt wurden. Der Platz soll schöner werden, die Vegetationsstruktur soll verbessert werden und vor allem mehr Sitzmöglichkeiten und ein Brunnen mit Wasserspiel geschaffen werden.
Den Sommer über komplett abgesperrt ist eine öffentliche Grünanlage in Moabit. Der kleine Park an der Bremerstraße soll künftig besser einzusehen sein, außerdem werden Tischtennisplatten und ein Lehrpfad integriert, auf dem man etwas über die Tier- und Pflanzenwelt erfährt. Auch hier dauern die Bauarbeiten noch bis Jahresende.
Napoleonkai: Vom Sprayer-Eldorado zum Erholungsgebiet
Am Spandauer Schifffahrtskanal im westlichsten Wedding wird das Gelände zwischen der Allee du Stade und dem Kanal renaturiert. In erster Linie geht es dabei um den Napoleonkai, den ehemaligen Kiesumschlagplatz in Wedding. Das Areal wurde bislang wurde vor allem von Sprayern genutzt, aber auch Spaziergänger waren ab und an unterwegs. Es ist über ein Jahr nicht zugänglich und wird dort, wo keine Mauern stehen, durch einen Bauzaun gesichert. Der Napoleonkai soll nach erfolgreicher Renaturierung zum Erholungsort werden, an dem sich nicht nur Menschen, sondern auch Zauneidechsen wohlfühlen.
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Viel ist also im Bau, doch ein Park ist in der warmen Jahreszeit fertig geworden und wird Ende August eröffnet: Anfang nächster Woche sollen die Bauzäune rund um die Grünanlage im

nördlichen Bereich der Fischerinsel entfernt werden. Das Straßen- und Grünflächenamt will sie am Mittwoch feierlich einweihen, dann soll das frischgesäte Gras angewachsen sein. Dort lohnt es immer, einen Blick auf das Wasser zu werfen, doch nun kann man auch picknicken, Tischtennis spielen oder die neue Calesthenic-Anlage ausprobieren. Entlang des neuen Uferwegs wurden Verweilmöglichkeiten direkt am Wasser geschaffen. Die Erschließung des Parks, auch am Mühlendamm und der östlichen Inselspitze, ist nun barrierefrei gestaltet. Für Kinder gibt es Wackelschafe und einen inklusiv gestalteten Parcours, der sich vor allem an kleinere Kinder richtet und auch von Kindern mit Behinderungen genutzt werden kann. Noch provisorisch eingerichtet ist der Eingangsbereich des Parks südlich des Hochhauses Nr. 2: Er kann erst dann fertiggestellt werden, wenn das Wasserstraßen- und Schiffartsamt die Uferwände und die Fischtreppe erneuert hat.
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