Jetzt steigen sie Olaf Scholz (SPD) aufs Dach! Ab November rücken Bauarbeiter im Kanzleramt in Berlin-Mitte an. Der Grund: Das Gebäude braucht ein neues Dach. Das berichteten die Zeitungen BILD und BZ. Demnach dauert die Dachsanierung drei Jahre. Die Bauarbeiten sollen im laufenden Betrieb stattfinden.
Als erstes soll der Dachaufbau komplett zurückgebaut und anschließend "unter Berücksichtigung aktueller energetischer Anforderungen" erneuert werden, zitieren die Zeitungen aus einer Ausschreibung des Kanzleramtes. Es werden unter anderem 3870 Quadratmeter Dämmung in bis zu drei Lagen eingebaut. Zudem sollen vier "große Glasoberlichter" mit jeweils etwa 20 Quadratmeter Fläche energetisch saniert werden. Zudem findet der Austausch von vier Kühltürmen mit jeweils 1000 Kilowatt Leistung statt.
Die Architekten Charlotte Frank und Axel Schultes hatten das Bundeskanzleramt konzipiert. Spatenstich war am 4. Februar 1997. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder bezog das Gebäude erstmals 2001.
Kanzleramt: Olaf Scholz hält am Erweiterungsbau fest
So soll der Erweiterungsbau des Kanzleramtes aussehen
Die Dacharbeiten sind nicht die einzigen Pläne für das Kanzleramt. Geplant ist auch ein Erweiterungsbau, den zuletzt Finanzminister Christian Lindner (FDP) kritisierte. Dennoch hält Bundeskanzler Scholz daran fest: "Wir haben Entscheidungen getroffen schon in der letzten Legislaturperiode und die entsprechenden Abarbeitungsschritte sind im Gange, wie man ja sehen kann, wenn man sich umguckt."
Den Vorwurf des AfD-Abgeordneten Marcus Bühl, es handele sich um einen Prunkbau, wies Scholz zurück. "Man muss alle, die da entschieden haben, in Schutz nehmen vor dieser Denunziation, insbesondere die Architekten, denen sie völlig unrecht tun", sagte Scholz.
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Der geplante Erweiterungsbau des Kanzleramts steht schon länger in der Kritik. Nach Schätzung aus Regierungskreisen vom vergangenen Herbst soll der Sandsteinbau mit rund 400 Büros etwa 777 Millionen Euro kosten und damit 177 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.
Lindner hatte den Bau im Zuge der laufenden Haushaltsberatungen kritisiert. "Ich glaube, dass in Zeiten von mehr Homeoffice und ortsflexiblem Arbeiten ein mindestens 800 Millionen teurer Neubau neben dem Kanzleramt entbehrlich ist", sagte er in der ARD-Sendung "Maischberger". Einen Erweiterungsbau des Finanzministeriums hat der FDP-Chef inzwischen gestoppt.
JP/dpa







