Der Hackesche Markt in Mitte ist sehr beliebt bei Berlinern und Touristen. Mit vielen Geschäften bietet die Gegend zwischen Friedrichstraße und Alexanderplatz attraktive Einkaufsmöglichkeiten, aber auch zahlreiche Restaurants mit einem tollen Angebot, um nach dem Shopping zu entspannen.
Doch mit der Beliebtheit des Kiezes geht auch ein Problem einher: Viele Fußgänger drängen sich auf den schmalen Gehwegen. Das soll sich in Zukunft ändern. Die Fußgänger sollen mehr Platz bekommen. Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte beschloss am Donnerstag in ihrer jüngsten Sitzung die Umgestaltung des Hackeschen Marktes. Es gab insgesamt 28 Ja-Stimmen von Grüne, SPD und Linke für den Grünen-Antrag "Eine Zone für den Fußverkehr am Hackeschen Markt". Gegen den Antrag stimmten CDU, AfD und FDP, das waren insgesamt 15 Nein-Stimmen. Der Antrag war zuvor in den Ausschüssen für Wirtschaft, Arbeit, Gleichstellung und Europa sowie Verkehr und Ordnung mehrheitlich angenommen worden. Zuerst hatte die Berliner Zeitung berichtet.
"Der Hackesche Markt wird zur #Fußgängerzone! Mein Antrag wurde soeben von der politischen Mehrheit angenommen! Herzlichen Dank!", twitterte der Grünen-Politiker Hendrik Böckermann.
In dem beschlossenen Antrag der Grünen wird aufgezählt, welche Bereiche nun einbezogen werden sollen:
- Die Oranienburger Straße bis zur Große Hamburger Straße - ab Große Hamburger Straße bis zum Monbijouplatz verkehrsberuhigt
- Die Neue Schönhauser Straße
- Die Rosenthaler Straße bis zur Sophienstraße, wobei der Rest bis zur Gipsstraße/Weinmeisterstraße verkehrsberuhigter Bereichen werden soll
- An der Spandauer Brücke bis zur Einmündung Dircksenstraße
Fußgängerzone Hackescher Markt in Mitte: Es gibt einige Auto-Ausnahmen
Die baulichen Veränderungen sollen in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Verkehr umgesetzt werden. "Die Anlieferung zu allen Geschäften soll möglich bleiben. Stadtservices, wie Handwerker:innen, Pflegekräfte oder ähnliches sollen ebenfalls weiterhin motorisierten Zugang erhalten, sowie Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben", hieß es in dem beschlossenen Antrag.
Und weiter: Der Radverkehr habe sich dem Fußverkehr unterzuordnen. Der Tramverkehr habe mit Rücksicht auf den Fußverkehr weiterhin Vorfahrt, für notwendige Beschilderung sei zu sorgen. Eine Beteiligung für Anwohnende und Geschäftstreibende soll rechtzeitig ermöglicht werden. Zudem wird in dem Antrag betont, dass auf Barrierefreiheit "dringend zu achten" sei.
Geplant ist auch, dass Flächen entsiegelt werden. Dort sollen klimaresiliente Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Außerdem sollen Sitzbänke und Trinkbrunnen aufgestellt werden.
Zu den Plänen am Hackeschen Markt twitterte der Berliner Fahrgastverband Igeb: "Gerne eine Fußgängerzone am Hackeschen Markt. Bitte dabei an die Straßenbahn denken. Darüber hinaus ist der Hackesche Markt ein wichtiger Knotenpunkt im Nachtverkehr."
Shopping in Berlin: So beliebt ist der Hackesche Markt

Zuletzt hatte das Kölner Unternehmen hystreet.com in Berliner Einkaufsstraßen die Passantenfrequenzen gemessen. Am Hackeschen Markt waren laut der Zählung im Februar 560.636 Besucher unterwegs. Die Wilmersdorfer Straße besuchten knapp 865.000 Passanten. Im Februar wurden in der Friedrichstraße rund 317.000 Fußgänger gemessen. Die Tauentzienstraße (West) verzeichnete im selben Zeitraum 1,04 Millionen Besucher. Auf der Südseite des Kurfürstendamms wurden im Februar knapp 429.823 Besucher gezählt. Auf der Nordseite des Luxusboulevards waren es 272.629 Menschen.
Die Standorte Hackescher Markt, Friedrichstraße und Wilmersdorfer Straße sind von montags bis sonnabends recht gleichmäßig stark besucht. Die typische Spitzenfrequenz am Sonnabend, in der Regel der mit Abstand am besten besuchte Tag, wie zum Beispiel an der Tauentzienstraße, zeigt sich nicht. Das spreche dafür, dass es sich um Nahversorgungsstandorte oder Verkehrsknotenpunkte handelt, die gleichmäßig stark von der Bevölkerung frequentiert werden.
JP


