Stadtgeschichte

Palast der Republik - Verein fordert Wiederaufbau

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Palast der Republik, Foto von 1992.

Palast der Republik, Foto von 1992.

Foto: picture-alliance / akg-images

Pünktlich zur Eröffnung des Humboldt Forums plant ein Verein den Abriss des Stadtschlosses in Berlin-Mitte - in 30 Jahren.

Berlin. Das Datum ist kein Zufall. Am heutigen Dienstag, 20. Juli, eröffnet das Humboldt Forum im neu errichteten Stadtschloss. Gleichzeitig plant ein Verein, ab heute Spenden für seinen Abriss zu sammeln - just auf dem Schlossplatz in Berlins Mitte.

Hinter der absurd anmutenden Kampagne steht der "Förderverein Palast der Republik e.V.", nach eigener Aussage eine Gruppe von Künstlern, Architekten, Denkmalpflegern und Kulturschaffenden, die sich für "ein kritisches und komplexes Geschichtsverständnis" im Städtebau einsetzt.

"Wir fordern und fördern den Wiederaufbau des Palastes der Republik in seinem Zustand von 2005", heißt es auf der Webseite des Vereins "palast.jetzt". "Wir wollen dazu beitragen, dass die konfliktive Geschichte in der Berliner Mitte präsent bleibt."

"Palast jetzt" mit Fünf-Punkte-Plan

30 Jahre sollen dem Stadtschloss gewährt sein, so die Vision des Vereins - dann soll es dem neuen Palast der Republik weichen. Der Richtwert von 30 Jahren zwischen Fertigstellung und Abrissbeginn sei direkt vom Palast der Republik abgeleitet worden (1976–2006), so die Erklärung.

Um "die architektonische Qualität, historische Integrität und Lebensqualität der Berliner Mitte langfristig wiederherzustellen", habe man einen Fünf-Punkte-Plan entwickelt. Zunächst soll ein Bronze-Modell des Palastes vor dem Schloss-Neubau platziert werden. Bis 2030 soll mittels bedruckter Planen die Palast-Fassade simuliert werden. Bis 2035 soll dann eine Musterfassade errichtet werden. 2050 folgt nach dem Plan des Vereins der Abriss des Stadtschlosses und anschließend die Konzeption des Palast-Neubaus.

Berlins Bürger werden aufgerufen, den Plan mittels einer Fördermitgliedschaft (ein bis 100 Euro pro Jahr) zu unterstützen und sich damit "gegen das Normalisieren und Vergessen" einzusetzen. Um 14 Uhr, heißt es im Newsletter des Vereins, kann man die Kampagnen-Macher persönlich auf dem Schlossplatz vor Portal IV treffen.

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( bea )