Stadtschloss

Berliner Schloss: Ein neues Buch erzählt seine Geschichte

Am 17. Dezember soll das Humboldt Forum im Berliner Schloss eröffnen. Ein neues Buch erzählt seine bewegte Geschichte.

Dieser kolorierte Holzstich aus dem 19. Jahrhundert zeigt die Lange Brücke mit dem Reiterstandbild des Großen Kurfürsten und dem Schlossplatz.

Dieser kolorierte Holzstich aus dem 19. Jahrhundert zeigt die Lange Brücke mit dem Reiterstandbild des Großen Kurfürsten und dem Schlossplatz.

Foto: pa / akg

Berlin. Am 17. Dezember soll es nach mehrfachen verschobenem Termin so weit sein: Das Humboldt Forum im rekonstruierten Berliner Schloss wird seine Pforten öffnen, wenn auch zunächst nur in Teilbereichen. Mit ihm ist in Berlins historischer Mitte ein symbolträchtiger Ort entstanden, der vielfältige Erinnerungen heraufbeschwört, gute wie schlechte.

Als die Brandenburger Markgrafen an der Spree vor 577 Jahren ihre Residenz errichteten, war noch nicht absehbar, auf welch nachdrückliche Weise das Schloss die Stadtgeschichte prägen würde. Die Diskussion darüber, welche Rolle der Repräsentationsbau für die Berlinerinnen und Berliner spielt, ist genauso alt wie das Schloss selbst, das zunächst nicht viel mehr war als eine Befestigungsanlage und sich erst im Lauf der Jahrhunderte zum neobarocken Aushängeschild der preußischen Monarchie wandelte.

Von diesem Wandel, aber auch von seiner Vor- und Nachgeschichte, erzählt ein neues Buch, das am 28. Oktober erscheint, aber jetzt schon im Online-Shop der Berliner Morgenpost vorbestellt werden kann.

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Berliner Schloss: Von Revolutionären, Prinzessinnen und Alchimisten

Seine Texte entstanden zunächst im Rahmen einer wöchentlich erschienenen Serie in der Berliner Illustrierten Zeitung, der Sonntagsbeilage der Morgenpost. Die Autoren Utta Raifer und Ulli Kulke suchten Archive auf, studierten zeitgenössische Quellen und wissenschaftliche Arbeiten, um sich einen Reim auf diesen denkwürdigen Bau zu machen, der im Lauf seiner Geschichte so viele Wandlungen durchmachte, wie er Emotionen schürte.

Ins Schloss zogen Könige ein und Kaiser aus, es war Ausstellungsfläche und Konzerthaus, es wurde von Künstlern porträtiert und von Revolutionären beschossen – und währenddessen spielten sich in seinem Innern und vor seinen Türen immer wieder menschliche Dramen ab. Alchimisten, die sich im Apothekerflügel auf die Suche nach dem Geheimnis des Goldes machten. Prinzessinnen, die ganze Räume neu erfanden und von hier aus den Hofstaat organisierten. Könige, die das Schloss verschmähten, hier um ihre verstorbenen Kinder trauerten oder die Gemächer für Seitensprünge nutzten. Höflinge, die um die Gunst der Monarchen buhlten oder sich nachts mit Scharaden unterhielten.

Das Buch spannt den Bogen bis in die jüngste Vergangenheit, blickt beispielsweise auf die Zeit der Weltkriege, auf die Sprengung im Sozialismus und den Wiederaufbau. Es will ein bedeutendes Stück Stadtgeschichte unterhaltsam Revue passieren lassen, die im Berliner Fall immer auch ein Stück preußischer und deutscher Geschichte ist.

Das Buch zur Geschichte des Ortes

Pünktlich zur Eröffnung des Humboldt Forums im Dezember versammelt der Band „Das Berliner Schloss“ (Verlag Berlin-Brandenburg) die Beiträge, die im Rahmen der Serie „Geschichten vom Schloss“ im vergangenen Jahr in der Sonntagsbeilage der Berliner Morgenpost, der Berliner Illustrirten Zeitung, erschienen sind. Utta Raifer und Ulli Kulke spannen darin den Bogen vom „newen Sloß zu Cöln“, für das vor 577 Jahren der erste Stein gelegt wurde, bis zur Entscheidung für den Wiederaufbau. Unter shop.morgenpost.de kann es jetzt vorbestellt werden. Der Preis des Buches liegt bei 19,90 Euro (zzgl. Versandkosten).