Drei-Religionen-Haus

So soll das House of One von außen aussehen

In den kommenden fünf Jahren soll am Petriplatz das Drei-Religionen-Haus mit einem mehr als 40 Meter hohem Turm entstehen.

Das House of One am Petriplatz soll aus hellen Ziegelsteinen gemauert werden. 

Das House of One am Petriplatz soll aus hellen Ziegelsteinen gemauert werden. 

Foto: Julian Würzer

Berlin. Es soll nicht nur ein Bauwerk für das nächste halbe Jahrhundert werden. Das House of One, das Christen, Juden und Muslime unter dem Dach vereint, soll länger bestehen. Deshalb wird beim Drei-Religionen-Haus eine der ältesten Bauarten aufgegriffen: Es wird aus Ziegelsteinen gemauert. Der Entwurf der Fassade ist am Dienstagmorgen am Petriplatz präsentiert worden.

In vier Jahren soll ein 46-Meter hoher Turm aus der Fischerinsel in den Himmel ragen. Viel zu sehen ist davon auf dem Bauplatz zwischen Petriplatz und der Bundesstraße 1 derzeit noch nicht. An diesem Morgen holpern Baufahrzeuge über das umzäunte Baugelände. Nebenan wirft das riesige Capri Hotel seine Schatten. Auf der B1 hupen die Autos. Dagegen wirkt ein kleines Gebilde an einer Ecke des Petriplatzes fast unscheinbar - die Musterfassade des House of One.

Die vier Meter hohe Wand strahlt aus gebrannten Ziegeln strahlt im Gegensatz zu den grauen Plattenbauten im Hintergrund. Es lässt sich bereits erahnen, dass das House of One das Tristsein entlang der B1 auflösen wird, ein ästhetischer Lichtblick, vor allem im Vergleich zu vorher.

Bis vor einigen Jahren war am Petriplatz nur grauer Asphalt, ein Parkplatz und nichts weiter. Dabei ist das Gelände eigentlich von großer Bedeutung für Berlin: So gilt die Erwähnung der Petrikirche im 13. Jahrhundert als historischer Gründungsort Berlins.

House of One: archäologisches Fenster gibt Einblicke in die Fundamente

Im Untergeschoss des House of One soll ein sogenanntes archäologisches Fenster Einblicke in die Fundamente der damaligen Petrikirche geben. Das Herzstück des Gebäudes sind aber die drei Sakralräume sein: die Moschee, die Kirche und die Synagoge im ersten Stockwerk. Ganz oben befindet sich eine Stadtloggia. Von hier aus wird man einen Blick über die Hauptstadt haben.

Die geschichtliche Wichtigkeit des Platzes wollte der federführende Architekt Johannes Kuehn in der Außenfassade widerspiegeln, aber in Einklang mit dem modernen Berlin. Bereits vor 800 Jahren habe man mit Ziegelsteinen gebaut, und das in vielen Regionen der Welt. Viele der Bauten stehen bis heute. „Das nennt man nachhaltiges Bauen“, sagt Kuehn bei der Präsentation am Dienstag. Auch weil keine zusätzlichen Baustoffe bei der einen-Meter-dicken Ziegelwand zur Wärmedämmung notwendig seien. Insgesamt sollen für den Neubau 2,3 Millionen Ziegel verbaut werden.

Der Grundstein für das House of One soll am 14. April gelegt werden. Im Spätsommer rollen dann die Baufahrzeuge an. Nach Angaben des Verwaltungsdirektors der Stiftung House of One, Roland Stolte, soll das Drei-Religionen-Haus in rund vier Jahren fertiggestellt werden. Die Kosten für das Projekt betragen 47,2 Millionen Euro. Der Bund und das Land bezuschussen etwas weniger als die Hälfte der Aufwendungen. Der restliche Betrag wird aus Spenden finanziert.

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