Nach fünf Minuten war der Spaß auch schon wieder vorbei. Die umstrittene Rockband Rammstein hat das neue Video zu ihrem Song „Radio“ am Donnerstagabend in Mitte vorgestellt.

Der Schwarzweißfilm wurde an die Wand eines Hauses an der Torstraße Ecke Prenzlauer Allee projiziert. Wider Erwarten wurde der Song dazu laut abgespielt – anfangs hieß es, er sei nur parallel im Radio zu hören.

Etwa 400 Rammstein-Fans spendeten danach zurückhaltenden Applaus. In anderen Berichten war von 1000 Fans die Rede. Die Reminiszenz an das Kommunikationsmittel aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts löste keine Begeisterungsstürme aus.

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Mit dem Video würdigt Rammstein mit Aufnahmen in Schwarz-Weiß eine andere global erfolgreiche deutsche Band: Videosequenzen und Teile der Musik können auch als Hommage an "Radioaktivität" von Kraftwerk aus dem Jahr 1975 gesehen werden. Der Text des überraschend poppigen Rammstein-Songs schildert Erinnerungen an eine Zeit, als nächtliches Radiohören ein Akt der Freiheit war. Die Rammstein-Mitglieder sind in der DDR sozialisiert.

Das Schwarzweiß-Video des neuen Rammstein-Songs "Radio" wurde an die Wand eines Hauses an der Torstraße Ecke Prenzlauer Allee projiziert.
Das Schwarzweiß-Video des neuen Rammstein-Songs "Radio" wurde an die Wand eines Hauses an der Torstraße Ecke Prenzlauer Allee projiziert.© Jens Anker | Jens Anker

Video zu "Deutschland" von Rammstein hatte für Empörung gesorgt

Das Video bedient das typische Rammstein-Klischee mit aneinandergereihten Sequenzen in der Ästhetik der 30er-Jahre, die der Band immer wieder eine Nähe zu faschistischen Idealen unterstellt.

„Radio“ ist bereits die zweite Auskopplung aus dem neuen Album. Zuvor hatte die Single „Deutschland“ für eine Welle der Empörung gesorgt. In dem Video provoziert Rammstein mit Anspielungen aus der Nazi-Zeit und auf Konzentrationslager – die Bandmitglieder hängen in KZ-Uniformen am Galgen.

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mit dpa