Urban-Gardening-Projekt

Gemeinschaftsgarten Himmelbeet kann länger bleiben

Der Gemeinschaftsgarten Himmelbeet kann nun bis Ende 2020 bleiben. Grund sind geänderte Planungen für die Nachnutzung.

Der Gemeinschaftsgarten Himmelbeet am Leopoldplatz sucht eine neue Fläche.

Der Gemeinschaftsgarten Himmelbeet am Leopoldplatz sucht eine neue Fläche.

Foto: Christian Latz / BM

Berlin. Für das Gartenprojekt Himmelbeet gibt es gute Nachrichten. Der Gemeinschaftsgarten am Leopoldplatz darf ein Jahr länger an seinem Standort bleiben, als zuletzt vorgesehen. Grund sind Änderungen bei der Planung für den Bau der Nachfolgenutzung durch das Fußballbildungsprojekt Amandla.
Eigentlich sollte die nun beginnende Gartensaison die letzte für das Himmelbeet an der Ruheplatzstraße im Wedding sein. Dann sollten die Bauarbeiten für das Safe-Hub von Amandla beginnen. Amandla ist ein privater sozialer Träger, der von einem Deutschen in Südafrika gegründet wurde. Dort betreibt die Organisation drei sogenannte Safe-Hubs. Zentren, in denen Kinder und Jugendliche beim Fußballspielen soziale Kompetenzen vermittelt bekommen. Bildungsprojekte fördern die Mädchen und Jungen daneben für Schule und Ausbildung. Finanziert wird „Amandla“ unter anderem durch die Oliver-Kahn-Stiftung und die Stiftung der Deutschen Fußballliga.

Freifläche am Leopoldplatz soll besser ausgenutzt werden

Mit dem Safe-Hub in Wedding möchte der Träger nun erstmals außerhalb Südafrikas in einem Problemviertel aktiv werden. Geplant waren zuletzt drei zusammenhängende Fußballplätze und ein Bildungszentrum mit Platz für Veranstaltungs- und Workshop-Räume, einem Café sowie Büroflächen für „Amandla“ und andere soziale Projekte. Bis zu 700 Kinder könnten wöchentlich im Safe-Hub trainieren, heißt es. Dafür haben der Bezirk Mitte und Amandla im vergangenen Jahr einen Pachtvertrag über 30 Jahre geschlossen.
Doch weil die Flächen in der Innenstadt immer knapper werden, wünscht sich der Bezirk eine Neuplanung. Geprüft werden soll, ob sich auf der raren Freifläche nicht mehr unterbringen lässt und ob das bisher geplante Gebäude um ein weiteres Geschoss aufgestockt werden kann. Wie das Gebäude vergrößert werden kann, prüft Amandla nun, weshalb alle Entwürfe überarbeitet werden müssen. „Wegen der Weiterentwicklung des Projektes und Umplanung der baulichen Anlagen haben wir uns entschieden, den bisher anvisierten Baubeginn Ende 2019 um ein Jahr auf Ende 2020 zu verschieben“, so Jakob Schlichtig, Geschäftsführer von Amandla. In der Zwischenzeit sollen die Bauantragsunterlagen überarbeitet und der zusätzliche Finanzierungsbedarf durch weitere Fördermittelakquise gedeckt werden.

Himmelbeet-Team mit gedämpfter Freude

Profitieren soll davon das Himmelbeet, dem eine weitere Gartensaison ermöglicht werden kann. Mit dem aktualisierten Zeitplan vermeide Amandla den Leerstand auf einer der knappen Freiflächen im Bezirk, sagte der zuständige Sportstadtrat Carsten Spalllek (CDU).
Auch beim Himmelbeet freut man sich auf das zusätzliche Jahr. Dennoch ist die Stimmung verhalten. Zwar gebe es seit Jahren Beschlüsse des Bezirksamts zur Unterstützung des Himmelbeets, doch bis zuletzt war die Existenz des Gartenprojekts über den November 2019 hinaus ungesichert, heißt es in einer Pressemitteilung.
Auch das gewonnene Jahr komm nicht durch einen Einsatz des Bezirks für das Projekt, sondern eher zufällig. „So sehr wir uns auch über ein weiteres Jahr auf der Fläche freuen, fühlt sich diese Verlängerung wie eine zufällige Folge auf die geplante bauliche Verdichtung der Fläche an“, schreibt das Himmelbeet-Team.
Für das Gartneprojekt bedeute das zusätzliche Jahr mehr Zeit auf der Suche nach einem zukünftigen Standort im Quartier. Dabei nimmt das Gartenprojekt auch das Bezirksamt in die Pflicht.