An der Leipziger Straße in Mitte liegen Anfang und Ende derzeit nah beieinander. Ein Jahr lang diente ein Pavillon auf dem Petriplatz als Platzhalter für das kommende House of One. Nun beginnt der Abbau des Holz-Plexiglas-Konstrukts – und mit ihm die Vorbereitungen der Bauphase für einen weltweit einzigartigen Sakralbau: Unter dem Dach des künftigen House of One gruppieren sich eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee um einen für alle zugänglichen Zentralraum.
Zunächst kommt dafür der provisorische Pavillon weg. Sein Abbau wurde am Mittwoch mit einer festlichen Andacht in dem Holzbau begangen. Neben den die Feier gestaltenden Geistlichen der drei Religionen, Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrer Gregor Hohberg und Imam Kadir Sanci, kamen unter anderem Gerry Woop (Linke), Staatssekretär in der Senatskulturverwaltung, und die Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement Sawsan Chebli (SPD).
Auch Petra Pau (Linke), Vizepräsidentin des Bundestags, und Berlins Landesarchäologe Matthias Wemhoff waren anwesend. Der Antisemitismusbeauftragte des Bundes, Felix Klein, begleitete die Feier musikalisch mit seinem Diplomatischen Streichquartett.
Pavillon findet neuen Platz in Sachsen-Anhalt
Der Abbau vor dem Aufbau sei ein „wichtiger Schritt hin zur Vollendung unseres interreligiösen Friedensprojekts“, sagte Rabbiner Nachama, gleichzeitig Vorsitzender des Stiftungsrats im House of One. Staatssekretär Woop lobte das Projekt als „Fundament des interreligiösen Dialogs“. Der Pavillon habe darauf bereits einen Vorgeschmack geliefert.
Der Pavillon findet nach dem Abbau an der Leipziger Straße einen neuen Platz. Er wird in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) wieder aufgebaut, wo er bereits 2017 während des Reformationsjahrs stand. Während der Finissage wurde auch das nächste wichtige Datum verkündet: Der Grundstein für das House of One wird am 14. April 2020 gelegt. Bis dahin werden zunächst Archäologen wieder den Grund in Berlins historischem Zentrum übernehmen und erkunden.
Anschließend werden rund 70 über 30 Meter lange Betonpfeiler in den Boden gebohrt, um den sumpfigen Grund zu stabilisieren. Danach startet der Bau des House of One auf dem historischen Fundament der Petri-Kirche, der ersten Kirche Berlins. Die Bauzeit soll drei Jahre betragen. Gerechnet wird mit Kosten in Höhe von 43,5 Millionen Euro. Das Land Berlin und der Bund steuern dazu jeweils zehn Millionen Euro bei. Der Rest stammt aus Spenden.
Mehr Nachrichten aus dem Bezirk Mitte lesen Sie hier.
Keine Nachricht mehr aus Mitte verpassen? Dann folgen Sie uns auf Facebook.


