Moschee

Salafisten-Moschee soll in Moabit entstehen

Politiker fordern ein Verbot des Trägervereins der Moschee. Die Innenverwaltung hält sich jedoch bedeckt.

Im Fokus der salafistischen Aktivisten: eine Lagerhalle an der Quitzowstraße

Im Fokus der salafistischen Aktivisten: eine Lagerhalle an der Quitzowstraße

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Moabit. Von der Hauswand blättert die Farbe, die Tore sind verschlossen, die Jalousien heruntergelassen. Hier also soll er entstehen, der neue Treffpunkt für die Besucher der salafistischen As-Sahaba-Moschee: an der Quitzowstraße in Moabit.

Das ergab ein Abgleich entsprechender Hinweise mit den Informationen des Trägervereins der Moschee im Internet durch die Berliner Morgenpost. Die salafistischen Aktivisten wollen sich demnach im Umfeld von KfZ-Werkstätten und anderen Gewerbebetrieben niederlassen. Gegenüber befindet sich ein Wohnquartier.

Wie in der Berliner Morgenpost berichtet, musste der Trägerverein der Moschee die bisherigen Räume an der Weddinger Torfstraße bis Ende des vergangenen Monats räumen, weil der Eigentümer den Mietvertrag gekündigt hatte. Im Internet wirbt der Verein seitdem für Spenden.

Ein Blick auf die Spendenplattformen im Internet verrät allerdings, dass bisher nur ein Bruchteil der für den Kauf der Lagerhalle notwendigen 800.000 Euro zusammengekommen ist. Im Umfeld der Sicherheitsbehörden wird nun befürchtet, dass größere Beträge von Einzelpersonen aus den Golfstaaten fließen könnten, die mit einem Teil ihres Vermögens islamistische Aktivitäten in Europa finanzieren.

Innenverwaltung will sich zu einem Verbot nicht äußern

Die As-Sahaba-Moschee gilt als eine der radikalsten der Stadt und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Angesichts der Berichterstattung über die Umzugspläne werden daher nun Forderungen laut, den Trägerverein der Moschee zu verbieten. „Der Senat darf nicht zulassen, dass mit einer neuen Großmoschee ein weiteres überregionales Zentrum für Hasspredigten in Berlin entsteht“, sagte der migrationspolitische Sprecher der AfD, Hanno Bachmann.

Aber auch liberalere Politiker der Regierungskoalition fordern ein konsequentes Durchgreifen. Der Rechtsstaat müsse einem „Hort für Rekrutierungen“ mit aller Härte entgegentreten, twitterte der verfassungsschutzpolitische Sprecher der SPD, Tom Schreiber.

Die Behörden halten sich auf Anfrage bedeckt. „Die Innenverwaltung äußert sich grundsätzlich nicht zu Verbotsverfahren“, sagte ein Sprecher der Berliner Morgenpost. Dass die Verwaltung ein Verbot im Verborgenen prüft, scheint indes nicht ausgeschlossen.

Nach dem Verbot der dschihadistischen Moschee „Fussilet 33“ im Februar 2017 hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) gesagt: „Wer meint, in unserer Stadt zur Gewalt aufrufen oder andere unterstützen zu können, die dies tun, der muss wissen: Wir haben sie im Blick und werden mit ihnen genauso verfahren wie mit Fussilet 33 e. V.“

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