Berlin

Werbefassade fällt: Bauarbeiten starten am Leipziger Platz

Der umstrittene Eckbau soll im Winter 2019/2020 fertig sein. Eigentlich sollten auf dem Grundstück neben Büros auch Wohnungen entstehen.

Ein Blick auf den Leipziger Platz. Dort wird ein Büro-und Geschäftshaus entstehen

Ein Blick auf den Leipziger Platz. Dort wird ein Büro-und Geschäftshaus entstehen

Foto: Paul Zinken/dpa

Seit 26 Jahren existieren Pläne für die Wiedererrichtung des historischen Achtecks am Leipziger Platz. Während auf der Südseite das vom damaligen Senat entwickelte städtebauliche Konzept auch zügig aufging und dort längst repräsentative Gebäude stehen, klafften auf der Nordseite noch jahrelang hinter Werbeplanen verborgene Baulücken. Doch nachdem 2014 an der Nordostecke des Platzes die "Mall of Berlin" eröffnete, wird nun auch die letzte Baulücke des Platzes geschlossen. Wie der Bauherr F100 Investment AG am Montag mitteilte, beginnen nun mit dem Abbau des Planen-Gerüsts die bauvorbereitenden Maßnahmen für das umstrittene Projekt Leipziger Platz 18.

An der Ecke Ebertstraße und Leipziger Platz entsteht ein Büro- und Geschäftshaus, für das das Bezirksamt Mitte im Juni die Baugenehmigung erteilt hat. Vorausgegangen war ein heftiger Streit, denn durch die politische Einflussnahme des damaligen Bausenators und heutigen Innensenators Andreas Geisel (SPD) war die F100 Investment AG von der Auflage befreit worden, 20 Prozent der insgesamt rund 10.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für Wohnungen vorzusehen.

Im Bebauungsplan war ein 20-prozentiger Wohnanteil vorgeschrieben

Entstehen wird nun ein reines Büro- und Geschäftshaus – im Bebauungsplan für den Leipziger Platz war jedoch ein 20-prozentiger Wohnanteil vorgeschrieben. Geisel hatte dies im vergangenen Jahr mit der besonderen Lage des Baugrundstücks am Übergang vom Leipziger zum Potsdamer Platz begründet. Im Unterschied zu den anderen Grundstücken am Leipziger Platz sei dieses besonders klein und auf beiden Seiten von lauten Hauptverkehrstraßen umgeben, so der Senator damals. Allein 35.000 Fahrzeuge sind allein auf der Leipziger Straße täglich unterwegs, im Untergrund befinden sich U- und S-Bahn-Tunnel. Statt wenige Luxuswohnungen zu bekommen, deren Fenster man wegen des Lärms nicht öffnen könne, habe er sich lieber dafür entschieden, den unbefriedigenden städtebaulichen Zustand am Leipziger Platz endlich zu beenden.

Die Abbauarbeiten am Planengerüst haben am Montag begonnen – allerdings erst im Dachbereich, weshalb von der Straße aus nicht viel zu sehen ist. " Etwa in einer Woche werde dann auch der Abbau sichtbar sein, in knapp zwei Wochen dann auch sehr deutlich", wie ein Unternehmenssprecher der Berliner Morgenpost sagte.

Nachdem der Abbau des Gerüsts abgeschlo­ssen ist, ist der erste Spatenstich nun für November 2017 geplant. Die Fertigstellung des Gebäudes, das nach dem Entwurf des Architekturbüro léonwohlhage errichtet wird, soll Ende 2019/Anfang 2020 gefeiert werden. Der Entwurf sieht einen zehngeschossigen Sockelbau vor, der zur Platzecke hin von einem Turmaufbau gekrönt wird. Im Untergeschoss wird eine Tiefgarage entstehen.

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