Nach Münz-Raub

SPD-Politiker: Härter gegen kriminelle Clans vorgehen

Hinter dem Münzraub im Bode-Museum soll eine arabische Großfamilie stecken. Tom Schreiber (SPD) fordert ein effizienteres Vorgehen.

SPD-Politiker Tom Schreiber

SPD-Politiker Tom Schreiber

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Nach der Inhaftierung mehrerer Verdächtiger, die die millionenschwere Goldmünze aus dem Bode-Museum gestohlen haben sollen, hat der SPD-Politiker Tom Schreiber ein effizienteres und härteres Vorgehen gegen kriminelle Clans gefordert.

"Sie sind politischer Sprengstoff für die Gesellschaft, sie unterhöhlen den Rechtsstaat", sagte der Innenexperte der SPD-Fraktion am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die mutmaßlichen Einbrecher gehören laut Ermittlern zu einer arabischstämmigen Großfamilie.

Schreiber betonte, die Probleme mit kriminellen Mitgliedern solcher Clans seien in Berlin seit Jahren bekannt. "Wir brauchen nicht noch eine Studie. Wir haben kein Erkenntnisproblem." Genutzt werden sollte die Möglichkeit, Vermögen präventiv abzuschöpfen. Zudem sollte die Prävention verstärkt werden. "Wir müssen frühzeitig in die Familien reingehen, damit die Kinder nicht abrutschen."

Schreiber forderte vom Landeskriminalamt mehr Transparenz. Die Abgeordneten bekämen derzeit kein Lagebild zur Organisierten Kriminalität. Dabei gebe es viele Polizeieinsätze gegen arabischstämmige Clans.

Die Münze war Ende März in einer spektakulären Aktion gestohlen worden. Am Mittwoch kamen vier Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Darunter ist auch ein früherer Museumsaufseher, der den Insidertipp zu dem Diebstahl gegeben haben soll. Das Goldstück ist bislang nicht wieder aufgetaucht.

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