„Wird das Café etwa abgerissen?“ Immer wieder bleiben Spaziergänger vor dem „Café am Neuen See“ stehen, dem legendären Treff im Großen Tiergarten, und stellen die bange Frage. Denn vor der beliebten Ausflugsgaststätte an der Lichtensteinallee sind Bagger und Presslufthämmer unüberhörbar mit Abrissarbeiten beschäftigt.

Doch nicht das Café wird dem Erdboden gleichgemacht – sondern die Betonklötze der einstigen Bunkeranlage, links und rechts daneben. „Der Umbau des ‚Cafés am Neuen See‘ läuft schon seit einigen Wochen und neigt sich dem Ende entgegen. In zwei bis drei Wochen ist der Umbau abgeschlossen“, sagt Jonas Hoell vom „Café am Neuen See“.

Der Bunkerabriss ist ein schwieriges Unterfangen. Denn dem Beton der etwa 20 Meter breiten und fünf Meter hohen Kriegsbauten ist nur mit gezielten Sprengungen beizukommen. Eine soll es täglich geben. Sie wird jeweils zwischen 13 und 14 Uhr stattfinden. Dafür müssen auf dem Dach schwere Bleimatten ausgelegt werden. Sie verhindern, dass Steine und Gesteinssplitter durch die Luft fliegen.

Gäste müssen das Café verlassen

Nur wenige Augenblicke vor jeder Sprengung werden die Gäste des Cafés gebeten, das Restaurant zu verlassen. Auch die zahlreichen Passanten, die am Neuen See spazieren gehen, müssen einen kurzen Stopp einlegen. Während einige Bauarbeiter die Wege ringsherum absperren, zählt der Sprengmeister drei, zwei, eins, und es gibt einen weithin hörbaren Knall. Die orangefarbene Bleidecke hebt sich einige Zentimeter, und eine Staubwolke versperrt für einige Augenblicke die Sicht auf das Café.

„Ich hoffe, dass mit dem geplanten Umbau der Charme des Cafés nicht verloren geht“, sagt Mathias Bremer. Der Geschäftsmann ist beinahe wöchentlich in dem Café – und das oftmals auch mit seinen Geschäftspartnern. Noch sind die Umbaupläne des Betreibers nicht bekannt. Doch eines scheint sicher: Wenn in den kommenden Tagen die Temperaturen langsam steigen und die Sonne scheint, werden die Berliner wieder in Scharen in den Biergarten strömen. Geöffnet ist täglich ab 9 Uhr.