Sechs Taschendiebe sind von der Polizei am Hauptbahnhof auf frischer Tat ertappt und festgenommen worden. Einige von ihnen sollen einer europaweit agierenden Gruppierung angehören. Der Hauptbahnhof gehört zu den Brennpunkten des Taschendiebstahls in Berlin. Daher sind dort auch ständig Beamte des zuständigen Fachkommissariates des Landeskriminalamtes im Einsatz.
Wie ein Sprecher der Polizei am Freitag mitteilte, sahen die Beamten auf einem der Bahnsteige am Donnerstagnachmittag gegen 16.30 Uhr einen 40-Jährigen, als er einem Fahrgast die Geldbörse aus der Jacke zog. Der Täter ist als Taschendieb bei der Polizei aktenkundig. Weit kam der Verdächtige mit seiner Beute jedoch nicht, die Fahnder nahmen ihn auf der Stelle fest.
Nur eine halbe Stunde später fielen den Ermittlern fünf Männer am Reisezentrum im Bahnhof auf. Die Verdächtigen spähten mehrere Touristen dabei aus, wie sie beim Geldabheben an Automaten ihre Geheimzahl eintippten. Anschließend verfolgten die Männer die Fahrgäste bis zum Bahnsteig. Dort schlugen sie dann zu und stahlen mehreren Männern und Frauen die Pässe sowie zwei Geldbörsen. Neben dem Bargeld wollten sie anhand der ausgespähten Pin-Nummern mit den EC- und Kreditkarten weitere Beute machen.
Dazu kam es jedoch nicht mehr, das Quartett wurde festgenommen. Die Männer sind zwischen 22 und 25 Jahre alt. Es handelt sich um Polen, die nach Ansicht der Polizei vermutlich europaweit organisiert auf Beutetour gehen. Alle sollen einem Richter zum Erlass von Haftbefehlen vorgeführt werden. Ein 25-Jähriger wehrte sich bei der Festnahme derart heftig, dass er von den Beamten gefesselt werden musste.
rfi



