Architekt Stephan Braunfels steigt aus der Erweiterung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Berlin aus. Er hat die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bauordnung und Raumwesen beendet. Die Behörde schulde ihm fast 14 Millionen Euro, davon mehr als 8 Millionen alleine für die Erweiterung des Bundestagsbaus im Regierungsviertel, teilte Braunfels am Mittwoch. Es sei das erste Mal in seiner 40-jährigen Laufbahn, dass er einen Auftrag gekündigt habe.
Ein Sprecher des Bundesbauministeriums sagte auf Anfrage, man äußere sich nicht zu juristischen Streitigkeiten in dieser Form, und verwies auf das Bundesamt. Dort war am Mittwochabend niemand mehr zu erreichen.

Nach eigener Darstellung musste Braunfels wegen der Ausfälle sein Haus in Potsdam und Teile seiner Kunstsammlung verkaufen. „Ich habe die Kündigung jahrelang vor mir her geschoben, vielleicht hätte ich es früher machen sollen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Braunfels zufolge hätte der Bau eigentlich 2012 fertig sein sollen.
Wie die RBB-Abendschau am Mittwoch berichtete, soll der Erweiterungsbau nun erst Ende 2020 fertig werden. Das gehe aus einem internen Rahmenterminplan hervor. Braunfels und das Bundesamt bestätigten die Verzögerung. Demnach geht es unter anderem um eine undichte Bodenplatte des Erweiterungsbaus, die komplett erneuert werden müsse. Laut Rahmenterminplan soll allein diese Sanierung bis Mai 2018 dauern. Im Anschluss müsse die komplette Technikebene im zweiten Untergeschoss neu eingebaut werden.
Für die Übergabe an den Bundestag sehe der Plan den Zeitraum zwischen September und Dezember 2020 vor. Unklar sei, wie teuer es werde. Bisher hatte das Bundesamt für Bauwesen 190 Millionen Euro für den Bau vorgesehen.
dpa/BM

