Sollen es nun üppig blühende Tulpen, Primeln oder Christrosen sein oder doch lieber vorgezogene Stockrosen, Kräuter und einige der winzigen Tomatenpflänzchen, selbst wenn sie allesamt noch recht mickrig aussehen? So manchem Besucher des Staudenmarktes im Botanischen Garten fiel es da nicht leicht, sich zu entscheiden.

Die Auswahl war riesig. Der Andrang am Sonnabend war es auch. Wenige Minuten nach der Eröffnung um neun Uhr hatten sich am Eingang des Botanischen Gartens an der Straße Unter den Eichen zwei lange Warteschlangen gebildet. Die Berliner kamen mit Tüten, Rollwägelchen und Klappkisten. Andere hatten große Taschen dabei. Manche trugen Strohhüte, viele hatten praktische Kleidung gewählt.
Bei kräftigem Sonnenschein und Temperaturen im zweistelligen Bereich hatte der Frühling die Stadt am Sonnabend fest im Griff. Das war nicht nur im Botanischen Garten zu spüren. Überall in Berlin, ob im Tiergarten, Unter den Linden oder auf dem Kurfürstendamm waren viele Spaziergänger unterwegs. Auch heute soll es wieder sonnig und sogar noch wärmer werden.

Am Tag der Kissenschlacht fliegen Federn

Rund 100 kissenschlachtbegeisterte Menschen haben sich in Berlin vor dem Brandenburger Tor eingefunden, ...
Rund 100 kissenschlachtbegeisterte Menschen haben sich in Berlin vor dem Brandenburger Tor eingefunden, ...© Reto Klar | Reto Klar
..., um sich am „Pillow Fight Day“ – dem internationalen Tag der Kissenschlacht – kuschelweiche Kämpfe zu liefern.
..., um sich am „Pillow Fight Day“ – dem internationalen Tag der Kissenschlacht – kuschelweiche Kämpfe zu liefern.© Reto Klar | Reto Klar
Noch schnell ein Selfie aufgenommen, bevor ...
Noch schnell ein Selfie aufgenommen, bevor ...© Reto Klar | Reto Klar
... die Federn ...
... die Federn ...© Reto Klar | Reto Klar
... so richtig fliegen.
... so richtig fliegen.© dpa | Ralf Hirschberger
Manch einer hat sich für die Riesen-Kissenschlacht sogar extra in Schale geworfen.
Manch einer hat sich für die Riesen-Kissenschlacht sogar extra in Schale geworfen.© Reto Klar | Reto Klar
Zumindest die Kissen durften aber auch ganz „unbekleidet“ sein.
Zumindest die Kissen durften aber auch ganz „unbekleidet“ sein.© Reto Klar | Reto Klar
Frau Holle hätte ihre wahre Freude, so wie die Kissenschlacht-Teilnehmer die Federn schneien lassen.
Frau Holle hätte ihre wahre Freude, so wie die Kissenschlacht-Teilnehmer die Federn schneien lassen.© Reto Klar | Reto Klar
Nahib aus Syrien posiert mit seinem Kissen – und Federn im Bart.
Nahib aus Syrien posiert mit seinem Kissen – und Federn im Bart.© dpa | Jörg Carstensen
Er genießt die Kissenschlacht bei strahlendem Sonnenschein.
Er genießt die Kissenschlacht bei strahlendem Sonnenschein.© dpa | Jörg Carstensen
Auch in Kopenhagen in Dänemark treffen sich Freunde der ausgelassenen Kissenschlacht ...
Auch in Kopenhagen in Dänemark treffen sich Freunde der ausgelassenen Kissenschlacht ...© imago/Dean Pictures | imago stock&people
... und lassen vor dem Kopenhagener Rathaus die Federn fliegen.
... und lassen vor dem Kopenhagener Rathaus die Federn fliegen.© imago/Dean Pictures | imago stock&people
Überall in der Welt greifen die Menschen zum Kissen, ...
Überall in der Welt greifen die Menschen zum Kissen, ...© imago/Paulo Amorim | imago stock&people
... etwa auf dem Amsterdamer Platz Dam in den Niederlanden, ...
... etwa auf dem Amsterdamer Platz Dam in den Niederlanden, ...© imago/Paulo Amorim | imago stock&people
... in Wien in Österreich, ...
... in Wien in Österreich, ...© REUTERS | LEONHARD FOEGER
... in Athen in Griechenland oder ...
... in Athen in Griechenland oder ...© imago/Xinhua | imago stock&people
... in Zagreb in Kroatien.
... in Zagreb in Kroatien.© dpa | Antonio Bat
Bei so viel Kissenschlacht müssen sich die erschöpften Teilnehmer auch mal eine Pause gönnen, wie hier in Taipeh in Taiwan, bevor ...
Bei so viel Kissenschlacht müssen sich die erschöpften Teilnehmer auch mal eine Pause gönnen, wie hier in Taipeh in Taiwan, bevor ...© REUTERS | TYRONE SIU
... die große Party weitergeht.
... die große Party weitergeht.© REUTERS | TYRONE SIU

Die 132 Anbieter auf dem Staudenmarkt dürfte das freuen. An Kundschaft wird es nicht mangeln, wenn der Markt am Sonntag in die zweite Runde geht. Wieder ist von neun bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet sechs, ermäßigt drei Euro. Wer Zeit hat, sollte vor oder nach dem Staudenkauf das schöne Wetter unbedingt noch für einen Rundgang durch den Botanischen Garten nutzen. Stärken kann man sich auf dem Markt. Es gibt Bratwurst, Linsensuppe, Kuchen und für die wahren Genießer sogar Rosensekt.

Kissenschlacht am Brandenburger Tor

Frühlingsgefühle hatten offenbar auch mehrere Hundert Teilnehmer einer Kissenschlacht am Brandenburger Tor. Mit dabei waren auch der 13jährige Emil aus Schöneberg und sein Freund Tim, 15, aus Kleinmachnow. Die beiden freuten sich auf einen „heftigen und coolen Fight“, wie sie der Berliner Morgenpost erzählten. „Zu Hause machen wir das öfter, bei so einer großen Schlacht sind wir aber das erste Mal dabei“, sagte Tim. Beide hatten sich Kissen besorgt, die mit Schaumstoff gefüllt waren. Federkissen sind bei der Schlacht inzwischen verboten.

Zwei junge Frauen, die das nicht wussten, wurden von einigen Polizisten kurzerhand aus der Schlacht geholt. Im vergangenen Jahr sei der ganze Treptower Park voller Federn gewesen, das ginge einfach nicht, sagte einer der Polizisten. Verdutzt nahmen die Frauen die Belehrung entgegen.

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    Die Hauptstädter haben sich am Sonnabend zum sechsten Mal am Internationalen Kissenschlacht-Tag (Pillow Fight Day) beteiligt. Dieser Tag wird seit 2008 weltweit in immer mehr Städten begangen. So soll es auch Kissenkämpfe in Amsterdam, New York und Neu-Delhi geben. Ziel der Aktionen ist es, auf den zunehmenden Verlust des öffentlichen Raums aufmerksam zu machen.

    Kissenschlachten vor dem Brandenburger Tor gab es bereits 2010 bis 2012. 2014 dann am Gleisdreieck. Und im vergangenen Jahr im Treptower Park. Auf dem Pariser Platz ging es in diesem Jahr um 15 Uhr los. Bewaffnet mit Kissen, die laut der Regularien sauber und weich sein mussten, konnte jeder gegen jeden kämpfen. Auf Facebook hatten sich mehr als 2400 Teilnehmer für die Kissenschlacht angekündigt. Ganz so viele waren es am Ende dann aber doch nicht. Dafür gab es jede Menge Publikum. So mancher zückte seine Kamera oder das Handy, um die Kissenschlacht festzuhalten oder sich und seine Lieben vor der wilden Kulisse zu fotografieren. Zuschauerin Erika Fuchs aus Helmstedt war begeistert. „Ich habe davon in der Zeitung gelesen und wollte das unbedingt sehen“, sagte sie.