Sollen es nun üppig blühende Tulpen, Primeln oder Christrosen sein oder doch lieber vorgezogene Stockrosen, Kräuter und einige der winzigen Tomatenpflänzchen, selbst wenn sie allesamt noch recht mickrig aussehen? So manchem Besucher des Staudenmarktes im Botanischen Garten fiel es da nicht leicht, sich zu entscheiden.
Die Auswahl war riesig. Der Andrang am Sonnabend war es auch. Wenige Minuten nach der Eröffnung um neun Uhr hatten sich am Eingang des Botanischen Gartens an der Straße Unter den Eichen zwei lange Warteschlangen gebildet. Die Berliner kamen mit Tüten, Rollwägelchen und Klappkisten. Andere hatten große Taschen dabei. Manche trugen Strohhüte, viele hatten praktische Kleidung gewählt.
Bei kräftigem Sonnenschein und Temperaturen im zweistelligen Bereich hatte der Frühling die Stadt am Sonnabend fest im Griff. Das war nicht nur im Botanischen Garten zu spüren. Überall in Berlin, ob im Tiergarten, Unter den Linden oder auf dem Kurfürstendamm waren viele Spaziergänger unterwegs. Auch heute soll es wieder sonnig und sogar noch wärmer werden.
Am Tag der Kissenschlacht fliegen Federn
Die 132 Anbieter auf dem Staudenmarkt dürfte das freuen. An Kundschaft wird es nicht mangeln, wenn der Markt am Sonntag in die zweite Runde geht. Wieder ist von neun bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet sechs, ermäßigt drei Euro. Wer Zeit hat, sollte vor oder nach dem Staudenkauf das schöne Wetter unbedingt noch für einen Rundgang durch den Botanischen Garten nutzen. Stärken kann man sich auf dem Markt. Es gibt Bratwurst, Linsensuppe, Kuchen und für die wahren Genießer sogar Rosensekt.
Kissenschlacht am Brandenburger Tor
Frühlingsgefühle hatten offenbar auch mehrere Hundert Teilnehmer einer Kissenschlacht am Brandenburger Tor. Mit dabei waren auch der 13jährige Emil aus Schöneberg und sein Freund Tim, 15, aus Kleinmachnow. Die beiden freuten sich auf einen „heftigen und coolen Fight“, wie sie der Berliner Morgenpost erzählten. „Zu Hause machen wir das öfter, bei so einer großen Schlacht sind wir aber das erste Mal dabei“, sagte Tim. Beide hatten sich Kissen besorgt, die mit Schaumstoff gefüllt waren. Federkissen sind bei der Schlacht inzwischen verboten.
Zwei junge Frauen, die das nicht wussten, wurden von einigen Polizisten kurzerhand aus der Schlacht geholt. Im vergangenen Jahr sei der ganze Treptower Park voller Federn gewesen, das ginge einfach nicht, sagte einer der Polizisten. Verdutzt nahmen die Frauen die Belehrung entgegen.

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Die Hauptstädter haben sich am Sonnabend zum sechsten Mal am Internationalen Kissenschlacht-Tag (Pillow Fight Day) beteiligt. Dieser Tag wird seit 2008 weltweit in immer mehr Städten begangen. So soll es auch Kissenkämpfe in Amsterdam, New York und Neu-Delhi geben. Ziel der Aktionen ist es, auf den zunehmenden Verlust des öffentlichen Raums aufmerksam zu machen.
Kissenschlachten vor dem Brandenburger Tor gab es bereits 2010 bis 2012. 2014 dann am Gleisdreieck. Und im vergangenen Jahr im Treptower Park. Auf dem Pariser Platz ging es in diesem Jahr um 15 Uhr los. Bewaffnet mit Kissen, die laut der Regularien sauber und weich sein mussten, konnte jeder gegen jeden kämpfen. Auf Facebook hatten sich mehr als 2400 Teilnehmer für die Kissenschlacht angekündigt. Ganz so viele waren es am Ende dann aber doch nicht. Dafür gab es jede Menge Publikum. So mancher zückte seine Kamera oder das Handy, um die Kissenschlacht festzuhalten oder sich und seine Lieben vor der wilden Kulisse zu fotografieren. Zuschauerin Erika Fuchs aus Helmstedt war begeistert. „Ich habe davon in der Zeitung gelesen und wollte das unbedingt sehen“, sagte sie.




















