Berlin

Hitzewelle - Reichstagskuppel gesperrt, Grillverbot im Park

Wegen der Hitze ist die Reichstagskuppel erneut gesperrt worden. Im Inneren herrschten 41,3 Grad.

Philipp und Yasmin suchen bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Oranienplatz Abkühlung

Philipp und Yasmin suchen bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Oranienplatz Abkühlung

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Erneut ist die Kuppel des Reichstagsgebäudes in Berlin wegen Hitze gesperrt worden. Dort wurden am frühen Donnerstagnachmittag 41,3 Grad gemessen, wie eine Sprecherin des Bundestags sagte. Am Dienstag waren ebenfalls vorübergehend keine Besucher mehr hineingelassen worden, nachdem das Thermometer 49,3 Grad unter dem Glasdach angezeigt hatte. Auch im Juli war die Kuppel wegen hoher Temperaturen zeitweise gesperrt worden. Wie lange sie geschlossen bleibt, stand der Sprecherin zufolge noch nicht fest. Die Dachterrasse war für Besucher weiter offen.

Wegen der Hitze und der Trockenheit hat der Bezirk Mitte am Donnerstag das Grillen im Monbijoupark verboten. Die Brandgefahr durch offenes Feuer sei hoch, da die Hitze schon lange anhalte, teilte das Bezirksamt Mitte am Donnerstag mit. Das Verbot gelte bis auf Widerruf. Ob es eingehalten wird, soll das Ordnungsamt demnach nun verstärkt überprüfen. Grillfreunde müssen auf andere Parks ausweichen: Erlaubt bleibt das Grillen etwa auf bestimmten Flächen auf dem Tempelhofer Feld. Dort stehen weder Bäume noch Gebüsch. Zudem seien nur Grills mit Füßen zugelassen, die nicht direkt auf dem Gras stehen, wie Parkmanager Michael Krebs sagte.

4000 Liter Wasser für wartende Flüchtlinge

Unterdessen hat das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSO) Vorwürfe zurückgewiesen, wonach Flüchtlinge in der Schlange vor dem Amt unzureichend versorgt würden. "Bei uns muss keiner verdursten", sagte ein Behördensprecher am Donnerstag. Helfer der Facebook-Gruppe "Moabit hilft" hatten die Wartesituation als "unmenschlich" beschrieben und dazu aufgerufen, die Menschen dort privat etwa mit Wasser und Obst zu versorgen. Nach LAGeSO-Angaben sei eine Grundversorgung aber gesichert. Für Freitag mit erwarteten Temperaturen von um 40 Grad sei man zudem mit 4000 Litern Wasser und freiwilligen Helfern vorbereitet. Spätestens ab kommender Woche solle auch eine Art Trinkbrunnen vor dem Amt angebracht werden.

Täglich suchen den Angaben zufolge 1000 bis 2500 Flüchtlinge das LAGeSO auf: Sie haben teils Termine, 300 bis 550 Menschen melden sich aber erstmalig dort. Wie lange sie vor dem Amt ausharren müssen, konnte der Sprecher nicht beantworten.

Hitze endet mit Donnerwetter

Tief "Christian" übernimmt ab Freitag das Wetter-Zepter von Hoch "Finchen".

Ein Ausläufer des Tiefs mit seinem Kern über dem südlichen Skandinavien nähere sich Deutschland von Nordwesten her und bringe am Freitag, in der Nacht sowie am Samstag Schauer und Gewitter, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Mancherorts herrsche Unwetterpotenzial mit Starkregen und Hagel, betonte DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel. "Erst ab Sonntag beruhigt sich das Wetter wieder zunehmend."

Hintergrund für den Wetterwechsel ist laut DWD, dass am Boden stark aufgeheizte Luft aufsteigt und Quellwolken bildet. Am Boden fließe andere Luft horizontal nach, so dass es zu einem Zusammenströmen von Luftmassen komme. Zuerst bildeten sich am Freitag voraussichtlich im westlichen Bergland Quellwolken, zum Abend hin müsse dann in einem breiten Streifen von der Pfalz und dem Hunsrück im Westen bis nach Westmecklenburg mit Gewittern gerechnet werden.

Temperaturen bis zu 40 Grad

Nichtsdestotrotz klettern die Temperaturen auch in den bewölkten Zonen am Freitag noch auf bis zu 29 Grad. Südlich und östlich davon werden es am Samstag voraussichtlich 29 bis 39 Grad, im Südwesten könnte auch die Marke von 40 Grad fallen. Am Samstag erwarten die Meteorologen meistens 22 bis 28 Grad, im Südosten sollen es bis zu 33 Grad werden, an der Nordsee lediglich um die 20 Grad.

Badeseewetter sagt sich auch am Sonntag nicht an. Im Süden, in Sachsen und im südlichen Brandenburg dürfte es stark bewölkt sein mit zeitweiligen Schauern und Gewittern. Im Süden kann es bis in die Mittagsstunden sogar Dauerregen geben bei bis zu 29 Grad.

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