U-Bahnhof Klosterstraße

Niedergestochen und ins Gleisbett gestoßen - SEK greift zu

Nach der Gewalttat auf dem U-Bahnhof Klosterstraße hat die Polizei am Donnerstag zwei Tatverdächtige festgenommen. Videoaufzeichnungen hatten auf ihre Spur geführt.

Im Zusammenhang mit dem gewalttätigen Angriff auf zwei Männer in der Nacht vom 8. zum 9. Mai auf dem U-Bahnhof Klosterstraße in Mitte haben Spezialeinsatzkräfte des Landeskriminalamtes am Donnerstagmorgen im Auftrag der Staatsanwaltschaft fünf Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und zwei tatverdächtige Männer festgenommen.

Bei der Messerstecherei hatte ein 25-Jähriger eine lebensgefährliche Bauchwunde erlitten. Die Täter hatten ihn dann in das Gleisbett der U-Bahn geworfen und waren geflüchtet.

Die Ermittlungen des Polizeilichen Staatsschutzes hatten zu insgesamt fünf Tatverdächtigen in Tempelhof und Schöneberg geführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ ein Ermittlungsrichter Haftbefehle gegen vier von ihnen im Alter zwischen 18 und 20 Jahren. Zwei 18 und 19 Jahre alte Männer, einer aus Georgien und ein Deutscher mit libanesischen Wurzeln, konnten in den Morgenstunden festgenommen werden. Zwei weitere Tatverdächtige aus dem Libanon sind flüchtig. Gegen einen 14-jährigen deutschen Mittäter aus dem Kosovo gab es keinen Haftbefehl. Dort wurde lediglich die Wohnung durchsucht.

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Die Ermittlungen haben ergeben, dass die fünf Männer zu einer ungefähr neunköpfigen Gruppe gehörten, die zwei 24 und 25 Jahre alte Männer aus der Mongolei angegriffen und verletzt hatten. In der Tatnacht sollen sie gegen 2 Uhr auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz die beiden Männer rassistisch beleidigt haben. Dabei soll einer der jetzt Festgenommenen bereits ein Messer gezückt haben, sagte ein Polizeisprecher der Berliner Morgenpost. Während der U-Bahnfahrt auf der Linie 2 schubsten, traten und beleidigten die fünf Männer ihre Opfer.

Am U-Bahnhof Klosterstraße drängten die Täter die beiden aus dem Zug auf den Bahnhof. Dort traten sie weiter auf sie ein. Als einer der beiden verletzten Männer bereits durch Schläge und Tritte geschwächt war, stach ihm einer der Kriminellen das Messer in den Bauch. Ein anderer Täter stieß den 25-jährigen Schwerstverletzten in das Gleisbett. Gerettet wurde er durch seinen 24 Jahre alten Freund: Dieser sprang ebenfalls in das Gleisbett und warf von dort aus mit Schottersteinen nach den Angreifern. Daraufhin flüchtete die Gruppe zunächst unerkannt aus dem U-Bahnhof.

Innensenator gratuliert der Polizei

Nur durch zwei Notoperationen konnte dem 25-Jährigen das Leben gerettet werden. Wie die Polizei weiter mitteilte, hätten die qualitativ guten Videoaufzeichnungen aus dem U-Bahnhof die Ermittler auf die Spur der Täter geführt.

Berlins Innensenator Frank Henkel äußerte sich lobend über die Arbeit der Polizei. Zugleich verurteilt er die Gewalttat.

Die Festgenommen sollen einem Ermittlungsrichter zur Verkündung der Haftbefehle vorgeführt werden.