Stadtplanung

Architekten fordern einen Wettbewerb für das Kulturforum

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Das Museum der Moderne könnte dem Kulturforum sind öde Leere nehmen. Doch der Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin fordert dafür einen städtebaulichen Wettbewerb.

Generationen von Stadtplanern haben sich daran versucht, dem Kulturforum genannten Ensemble aus Philharmonie, Neuer Nationalgalerie, Gemäldegalerie und Kunstgewerbemuseum seine Unwirtlichkeit zu nehmen. Doch bislang ist es nicht gelungen, der Ödnis des riesigen Platzes, einem Relikt aus der West-Berliner Nachkriegszeit, etwas entgegenzusetzen. Das könnte sich jetzt ändern. Die Finanzierungszusage des Bundes für ein Museum der Moderne in unmittelbarer Nachbarschaft zur Neuen Nationalgalerie eröffnet aus Sicht des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin (AIV) nun die Chance, jahrzehntelange städtebauliche Versäumnisse aufzuarbeiten. Allerdings sei dazu ein städtebaulicher Wettbewerb erforderlich.

„Es reicht nicht aus, der Formation architektonischer Satelliten einen weiteren Bau hinzuzufügen“, warnte AIV-Vorstandsmitglied Tobias Nöfer. Im Laufe der Jahrzehnte seien die Potenziale des Kulturforums in einer unendlichen Planungsgeschichte untergegangen. So sei ein für Besucher unübersichtlicher und unwirtlicher Ort entstanden. Es bestehe nun die Gefahr, dass durch einen neuen Solitär ohne städtebaulichen Rahmen die Probleme der vorhandenen Museen noch größer würden.

„Hier kann nur ein städtebaulicher Wettbewerb, der die Vorgaben für den Neubau und die Gestaltung des Umfelds definiert, als erster Schritt die derzeitige Misere lösen“, so Nöfer. Wenn man diesen Wettbewerb an den Wettbewerb für das neue Museum koppele, würden erneut die Disziplinen Architektur und Städtebau vermischt – was zur heutigen Situation geführt habe. „Der Städtebau muss die Vorgaben für die Architektur entwickeln“, sagte Nöfer.

Konzept für Zwischennutzung wurde nie realisiert

Mit einem Neubau an der Potsdamer Straße verändern sich die Sicht- und Wegebeziehungen zwischen den kulturellen Einrichtungen und dem umliegenden Stadtraum völlig. „Im bisherigen Masterplan konnte das noch nicht berücksichtigt werden“, begründete Nöfer den AIV-Vorstoß. Deshalb plädiere der AIV dafür, vor dem Architektenwettbewerb für den neuen Museumsbau in einem städtebaulichen Wettbewerb das Areal von der Philharmonie über die Gemäldegalerie bis zur Staatsbibliothek in den Blick zu nehmen. Zuletzt hatte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher vor fünf Jahren ein Konzept für eine „Zwischennutzung“ des Areals zwischen Neuer Nationalgalerie und Potsdamer Platz vorgestellt. Doch die geplante Grünanlage mit Bäumen und einem Info-Pavillon mit Café wurde nie realisiert.

( ij )