Statistik

In Berlin-Mitte entstehen 3000 neue Wohnungen

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Isabell Jürgens

In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden Berlin weit bereits 12.471 Wohnungen genehmigt – mehr als im gesamten Jahr 2013. Besonders in Mitte wird kräftig gebaut, gefolgt von Treptow-Köpenick.

In schönster Wasserlage direkt an der Spree in Niederschöneweide feierte am Montag die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ den Baubeginn für 124 Mietwohnungen – und verkündete zugleich, man habe darüber hinaus auch ein benachbartes Bauprojekt mit 160 Wohneinheiten aufgekauft. „Ich freue mich, dass mit diesem Projekt in diesem Jahr hier bereits das zweite Neubauprojekt an den Start geht“, sagte Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Gerade im Bereich bezahlbarer Mietwohnungen fehle es in der wachsenden Stadt an Angeboten. Grund zur Freude lieferte in diesem Zusammenhang auch das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: In den ersten neun Monaten dieses Jahres, teilte das Amt am Montag mit, wurden bereits 12.471 Wohnungen genehmigt – mehr als im gesamten Jahr 2013.

Die beiden Bauvorhaben am Bruno-Bürgel-Weg 39 sowie 23-37 haben indes die Genehmigungsphase bereits hinter sich gelassen. Bauschilder informieren Passanten über das Geschehen, Bagger sind angerollt, die Vorarbeiten haben begonnen. Die Fertigstellung der beiden Bauprojekte soll Ende 2016, beziehungsweise im Frühjahr 2017 erfolgen. Wohnungsgrößen zwischen ein bis fünf Zimmern, ausgestattet mit Vorgärten, Balkonen oder Terrassen, sind geplant. Je nach Lage und Ausstattung sollen die Wohnungen zu Mietpreisen zwischen 6,50 und 10,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter angeboten werden.

30 Prozent der Wohnungen zu 6,50 Euro pro Quadratmeter

Mit der Stadt und Land wurde vereinbart, dass mindestens 30 Prozent der Wohnungen zu 6,50 Euro je Quadratmeter vermietet werden sollen. „Wir brauchen dringend Wohnraum zu sozialverträglichen Mietpreisen – insbesondere für Familien, die gern in grüner Umgebung wohnen“, begrüßte Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) die Projekte der Stadt und Land. Insgesamt plane das Unternehmen 1000 neue Wohnungen allein im Bezirk Treptow-Köpenick, betonte der Geschäftsführer des kommunalen Unternehmens, Ingo Malter. In die beiden Vorhaben am Bruno-Bürgel-Weg werde das Unternehmen knapp 50 Millionen Euro investieren, ergänzte Malter.

Nicht nur in Treptow-Köpenick drehen sich die Baukräne wieder verstärkt für den Wohnungsneubau – allerdings sind dort nach dem Bezirk Mitte die meisten Projekte geplant, wie aus den Zahlen hervorgeht, die das Amt für Statistik am Montag vorgelegt hat. Allein im Innenstadtbezirk Mitte haben private und kommunale Bauherren in den ersten neun Monaten dieses Jahres den Bau von knapp 3000 Wohnungen beantragt, die sich auf 184 einzelne Projekte verteilen. Treptow-Köpenick landet mit 2180 Wohnungen verteilt auf 479 Bauvorhaben auf dem 2. Platz – gefolgt von Pankow auf dem 3. Platz, wo der Bau von knapp 1500 Wohnungen, verteilt auf 443 Projekte, genehmigt wurde. Auf den hintersten Rängen landen die Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Reinickendorf mit jeweils rund 280 genehmigten Wohnungen.

Neubau für 2,9 Milliarden Euro

Berlinweit wurden nach Angaben der Statistiker in den ersten neun Monaten des Jahres 12.471 Wohnungen genehmigt. Das entspricht im Vergleich zu 2013 einer Zunahme von rund 75 Prozent. Insgesamt haben die Baubehörden in diesem Zeitraum 3288 Anträge für Bauvorhaben genehmigt (+ 9,3 Prozent). Die Investitionskosten liegen bei 2,9 Milliarden Euro. Das ist fast ein Fünftel mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (+19,2 Prozent), teilte das Amt für Statistik mit.