Banküberfall

Bankräuber überfällt Sparkasse am Alexanderplatz

Die Sparkassen-Filiale am Alexanderplatz ist am Montagmittag überfallen worden. Die Berliner Polizei ermittelt in der Bank und hat die Geschäftsräume abgeriegelt.

Foto: Steffen Pletl

Frechheit siegt, könnte sich der Bankräuber gedacht haben, der am Montag im Trubel des Alexanderplatzes mit erbeutetem Bargeld untertauchen konnte. Zur Mittagszeit hatte sich der Unbekannte in der Sparkasse am Alexanderplatz 2 in Mitte in die Reihe der wartenden Kunden gestellt.

Die Filiale ist immer gut frequentiert und bietet einen Rund-um-die-Uhr-Service mit einer Reihe von Geldautomaten im Foyer. Die Menschenmenge hat den Bankräuber offenbar nicht gestört, vielleicht sah er für sich gerade wegen des Umfelds bessere Fluchtmöglichkeiten. Direkt gegenüber des Geldinstituts befindet sich das Einkaufszentrum Alexa an der Grunerstraße, auf dem ohnehin belebten Alexanderplatz selbst stehen anlässlich des Oktoberfestes derzeit dicht an dicht Dutzende Buden von Schaustellern.

Der Täter hatte sich kurz vor 12 Uhr der Bank genähert. Als er einer Angestellten direkt gegenüberstand, bedrohte er die Frau mit einem „waffenähnlichen Gegenstand“ und forderte Geld, wie es Polizeisprecher Stefan Redlich ausdrückte. Die 44-Jährige nahm die Drohung jedenfalls ernst und händigte dem Räuber Bargeld aus.

Täter durch Überwachungskameras erfasst

Danach konnte der unmaskierte Täter in unbekannte Richtung entkommen. Wie viel Geld er erbeutete, gibt die Polizei grundsätzlich nicht bekannt. Jedoch wurden erste Angaben, wonach es sich nur um eine geringe Summe gehandelt haben soll, später wieder zurückgezogen. Den Ermittlern ist bislang nicht bekannt, ob der Täter ein öffentliches Verkehrsmittel wie Bahn, Bus oder Tram zur Flucht benutzt hat. Ebenso gut hätte er mit einem Fahrrad oder einem in einer der Parkgaragen abgestellten Auto fliehen können.

Durch Überwachungskameras wurde der Täter laut Polizei in hochauflösenden Bildern erfasst. Die Beschreibung: Der Gesuchte ist etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß, 30 bis 35 Jahre alt und schlank. Er sprach mit osteuropäischem Akzent, hat ein gepflegtes Äußeres, ein ovales Gesicht und helle Haut, trug weder einen Bart noch eine Brille. Der Unbekannte war mit einem langärmeligen, beigefarbenen Pullover bekleidet, darunter trug er ein schwarzes T-Shirt. Auf dem Kopf hatte er eine braune Strickmütze mit gelber Aufschrift. Angaben zum Täter oder andere sachdienliche Hinweise nimmt ein Raubkommissariat unter der Rufnummer (030) 4664-944 113 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Hohes Entdeckungsrisiko für die Täter

Nach dem Überfall wurden die Bank und der Zugangsbereich sofort mit rot-weißem Flatterband für den Publikumsverkehr abgeriegelt. Während Kriminalbeamte die Angestellten der Sparkasse und mehrere Kunden befragten, begaben sich Kriminaltechniker auf die Suche nach Spuren. Bis zum späten Montagabend blieb die Fahndung nach dem Bankräuber ohne Ergebnis.

Nach Angaben der Polizei ist die Häufigkeit der Überfälle auf Sparkassen und Banken zuletzt erheblich gesunken. Die wesentlichen Gründe sind verbesserte Sicherheitsmaßnahmen wie Videokameras oder Zeitschlösser an den Tresoren, sagte Polizeisprecher Redlich. Hinzu komme ein hohes Entdeckungsrisiko für die Täter. Vor allem die Zeitschlösser verhindern, dass Bankangestellte überhaupt in der Lage sind, bei Überfällen in kurzer Zeit hohe Geldbeträge herausgeben zu können.

Eine wissenschaftliche Studie zu Banküberfällen aus dem Jahr 2012 ergab, dass etwa in England die Täter im Schnitt umgerechnet 25.091 Euro bei Banküberfallen erbeuten konnten. In den USA lag der Durchschnittswert der Beute bei insgesamt 12.000 untersuchten Fällen sogar nur bei 4330 US-Dollar (3445 Euro).