Aus nichtigem Anlass ist es in Mitte zu einem gewalttätigen Übergriff auf einen Autofahrer gekommen. Vier Männer schlugen am Sonnabend gegen 20 Uhr den Autofahrer Stefan D. aus Potsdam an der Friedrich- Ecke Taubenstraße zusammen. Nach seinen Angaben wollte der 35-Jährige an der Kreuzung mit seinem Wagen abbiegen, als die Gruppe ohne auf den Verkehr zu achten auf die Straße lief. „Die haben ihre Sporttasche gegen die Frontscheibe meines Autos geschlagen“, sagte Stefan D. am Tag nach dem Angriff. Daraufhin habe er angehalten und die Männer zur Rede stellen wollen.
Als der 35-Jährige die Tür öffnete, zogen ihn die Täter aus seinem Wagen und schlugen auf ihn ein. Nur durch das schnelle Eingreifen von Mitarbeitern der Kriminaltechnik, die gerade in der Nähe den Tatort eines Juwelierüberfalls untersuchten, konnten die Täter gefasst werden. Die alarmierten Rettungskräfte untersuchten den Potsdamer anschließend. „Da ich glücklicherweise nur leichte Verletzungen davon getragen hatte, musste ich nicht ins Krankenhaus“, sagte Stefan D.
Wachmann schildert Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit
Gegen die 56, 22, 18 und 17 Jahre alten Täter habe er Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet. „Ich bin seit 13 Jahren in der Sicherheitsbranche tätig, da erlebt man einiges. Der Vorfall hat mich jetzt nicht traumatisiert“, sagte der Wachmann. Dennoch sei das Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit für ihn eine schlimme Erfahrung gewesen.
Die polizeilichen Ermittlungen gestalten sich trotz der Festnahme der Täter schwierig. Jeder der vier Täter schilderte den Beamten einen anderen Tathergang. Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Gewalttaten, die in jüngster Zeit im Berliner Straßenverkehr verübt wurden.
Schlägerei auf Berliner Stadtautobahn
Erst Ende November hatten sich drei Männer mitten auf der Stadtautobahn in Charlottenburg eine Schlägerei geliefert. Damals versuchte der Fahrer eines Transporters sich vor einer Baustelle in den Verkehr einzufädeln. Ein Autofahrer ließ ihn jedoch nicht in die Spur. Als der Transporterfahrer doch noch einscherte, bremste er das Auto aus. Der Beifahrer des Transporter stieg aus und wollte den BMW-Fahrer zur Rede zu stellen, der daraufhin ausstieg und mit einem Teleskopschlagstock auf den Mann einschlug. Der Transporter-Fahrer kam hinzu und schlug ebenfalls auf den Fahrer ein. Wieder war es der Zufall, dass ein Polizeibeamter in der Nähe war.
Der Beamte konnte schlichten, doch als er seine Kollegen verständigte, versuchte der BMW-Fahrer zu flüchten. Der Beamte konnte dies zwar verhindern, wurde dabei aber verletzt. Schon Anfang November war ein Autofahrer verprügelt worden, nur weil er an einer roten Ampel gehalten hatte. Die Täter bremsten den Mann aus und schlugen auf ihn ein, weil er wohl zu früh gebremst hatte.




