In Berlin sind erneut bei einem Polizeieinsatz Schüsse gefallen. Der Einsatz fand am Donnerstagnachmittag an der Wilhelmshavener Straße in Moabit statt. Nach Angaben eines Polizeisprechers sollten dort in einem Ladenlokal mutmaßliche Mitglieder einer Drogenhändlerbande festgenommen werden. Für die Festnahme und die richterlich angeordnete Durchsuchung des Geschäftes war zuvor ein Spezialeinsatzkommando (SEK) angefordert worden, da es Hinweise gab, die Gesuchten könnten bewaffnet sein und Widerstand leisten.
Die Verdächtigen leisteten bei dem Einsatz gegen 14 Uhr zwar keinen Widerstand, dafür allerdings ging ein Schäferhund auf die Beamten los. Daraufhin gaben zwei SEK-Beamte Warnschüsse ab. Offenbar hofften die Einsatzkräfte, den Hund durch die Schüsse zu erschrecken. Das Tier wich tatsächlich zurück und blieb unverletzt. Dafür wurde einer der mutmaßlichen Dealer am Fuß verletzt.
Wie es zu der Verletzung des Mannes kam, ist bislang unklar. Ein Querschläger ist nur eine von mehreren Möglichkeiten. Nach Informationen der Berliner Morgenpost könnte auch eine ungewöhnliche Kettenreaktion die Verletzung des Verdächtigen herbeigeführt haben. Danach soll einer der Warnschüsse in eine Wand des Lokals eingeschlagen haben, wodurch Splitter im Raum umherflogen und den Mann trafen. Die Untersuchungen dazu seien noch im Gange, lautete am Donnerstag die einzige offizielle Erklärung der Polizei zu dem Vorfall. Die Ermittlungen hat inzwischen die 5. Mordkommission des Landeskriminalamtes übernommen. Mordkommissionen werden von Amts wegen immer dann tätig, wenn ein Polizeibeamter von der Schusswaffe Gebrauch macht.
Bande soll mit Marihuana gehandelt haben
Der Einsatz richtete sich gegen eine Bande, die nach bisherigen Ermittlungserkenntnissen mit Marihuana handeln soll. Drei der Verdächtigen wurden festgenommen, darunter auch der Verletzte, der vor Ort ambulant behandelt wurde. Ob die Festgenommenen einem Haftrichter vorgeführt werden, soll erst nach den Vernehmungen entschieden werden. Im Anschluss an die Festnahmen wurden die Räume des Lokals durchsucht, dabei stießen die Beamten auf umfangreiches Beweismaterial. Ob auch Schusswaffen darunter waren, die die Ermittler in den Räumen vermuteten, sagte die Polizei zunächst nicht.
Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, ermittelt die Polizei verdeckt schon seit Längerem gegen die am Donnerstag festgenommenen mutmaßlichen Drogendealer. Das Ladenlokal, das die Verdächtigen nutzten, ist nicht öffentlich zugänglich, obwohl die Einrichtung der einer Kneipe ähnelt. Offenbar dienen die Räume ausschließlich dem Verkauf von Drogen, Anwohner berichteten am Donnerstag von einem regelmäßigen Kommen und Gehen möglicher Drogenkonsumenten. Nachdem die tatsächliche Nutzung der Räume bekannt wurde, verwies ein entrüsteter Nachbar auf eine im Nebenhaus des mutmaßlichen Drogenumschlagplatzes untergebrachte Einrichtung für Kinder und Jugendliche.
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