Temperaturen über 40 Grad. Kurz vor den Sommerferien verzeichnete Berlin im Juni einen neuen Hitzerekord. Zwar an einem Wochenende, und doch stellt sich die Frage, wie Schulen auf so hohe Temperaturen vorbereitet sind.

Nicht allzu gut, wie es scheint. „Weil die Schulstandards sich in den letzten 50 Jahren nicht geändert haben“, wie der CDU-Politiker Stefan Bley in der Bezirksverordnetenversammlung von Marzahn-Hellersdorf sagte. Er ist als Bezirksstadtrat für die Schulgebäude im Bezirk verantwortlich. „Wir sind insgesamt noch nicht auf die Klimakrise vorbereitet.“

Angesprochen von der fraktionslosen Abgeordneten Ina Seidel-Grothe sagte er: „Wir werden das Thema dringend angehen müssen.“ Die Berliner Morgenpost hat noch einmal nachgefragt beim Schulstadtrat, was das konkret bedeutet.

Schulen in Marzahn-Hellersdorf: Bäume und Sonnensegel gegen die Hitze

Das Straßen- und Grünflächenamt arbeite daran, für mehr Schatten auf den Schulhöfen zu sorgen, so Bley. Auch baut es, wenn möglich, Sonnensegel auf. Also Stofftücher, die im Freien aufgespannt werden und vor der Sonne schützen. Maßnahmen für die Schulgebäude selbst seien derzeit nicht geplant.

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Bislang hat man es wegen des „hohen Ressourcenverbrauchs“ vermieden, Klassenzimmer zu klimatisieren, erklärt der Schulstadtrat. „Dies wird in Zukunft, insbesondere in Hinblick auf den schnell fortschreitenden Klimawandel, zu überdenken sein“, so Bley weiter.

Stefan Bley, Bezirksstadtrat in Marzahn-Hellersdorf
Stefan Bley (CDU) ist Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Weiterbildung, Kultur und Facility Management in Marzahn-Hellersdorf. In seinem Büro sprach der Bundeswehroffizier über den Katastrophenschutz im Bezirk.© BM | Oskar Paul

Klimaanlagen, die über „die bereits vorgeschriebenen Photovoltaik-Anlagen gespeist werden“, könnten „eventuell“ Abhilfe schaffen, glaubt der CDU-Mann. Genauso wie Wärmepumpen. Die können nämlich nicht nur heizen, sondern auch kühlen.

Die Kassen des Bezirks sind knapp gefüllt

Nur: Das Geld für Klimaanlagen oder Wärmepumpen fehlt. Der Haushalt des Bezirks ist auf Kante genäht. Auch auf absehbare Zeit seien Maßnahmen zur Klimatisierung der Räume nicht zu finanzieren. Zumindest nicht aus dem Haushalt des Bezirks. Der Stadtrat bringt ein Finanzierungsmodell ins Spiel, das das Land Berlin bereits kennt – aus der Corona-Pandemie.

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Damals hatte der Senat für mehr als 45 Millionen Euro fast 30.000 Luftfilter für Berlins Schulen angeschafft. Doch das weckt nicht nur gute Erinnerungen. Um die Filter hatte es auch Streit gegeben. Denn insbesondere die Wartung ist teuer. Die Hitzetage dürften in den kommenden Jahren allerdings mehr werden. Das Thema drängt also. Zumal nicht nur die Schülerinnen und Schüler unter den Temperaturen leiden können, sondern auch die Technik, wie Bley erklärte.